Heute ist der 5.06.2026 und in Schwerin weht ein Hauch von Melancholie durch die Straßen. Am Ostermontag fand der letzte Gottesdienst in der St. Martin Kirche in Lankow statt. Ein Abschied, der nicht nur die Gläubigen, sondern die gesamte Gemeinschaft berührt. Die Kirche, am 11. Juni 1978 von Bischof Heinrich Theissing geweiht, hatte in ihrer Geschichte viel mehr zu bieten, als nur einen Raum für Gottesdienste. Ursprünglich von den DDR-Behörden lediglich als Versammlungsraum genehmigt, entwickelte sie sich rasch zu einer eigenständigen Kirchengemeinde, die in den 1980er Jahren eine wahre Blütezeit erlebte.

Das Gelände rund um die St. Martin Kirche bot Platz für vielfältige Veranstaltungen. Fronleichnamsgottesdienste, Wallfahrten, Sommerfeste und sogar Grillpartys – hier wurde Gemeinschaft gelebt! Die Kirche war zudem Teil des ehemaligen Verwaltungsstandortes des Erzbischöflichen Amtes Schwerin, das Anfang 2026 geschlossen wurde. Der Grund für diese weitreichende Entscheidung war eine Vermögens- und Immobilienreform im Erzbistum Hamburg, die darauf abzielte, den Gebäudebestand zu reduzieren und gleichzeitig Personal und Angebote zu sichern. Ein recht komplexes Unterfangen, das die Strukturen der Kirche grundlegend verändert.

Ein neuer Weg für die Zukunft

Die Landesbischöfin hat in diesem Zusammenhang Einsparungen gefordert, um die strukturellen Veränderungen in den Kirchengemeinden zu bewältigen. Die Mitgliederkrise in der katholischen Kirche im Nordosten setzte sich im vergangenen Jahr fort, was die Notwendigkeit solcher Maßnahmen noch dringlicher machte. Für die St. Martin Kirche wird ein neuer Weg eingeschlagen. Zukünftig sollen die Gebäude und Grundstücke durch einen Bildungsträger genutzt werden, um dort eine Schule zu errichten. Vor der Nutzung wird die Kirche jedoch entwidmet und es werden sämtliche kirchliche sowie liturgische Gegenstände ausgeräumt.

Der feierliche Abschiedsgottesdienst begann um 9.30 Uhr und fand seinen krönenden Abschluss in einem geselligen Beisammensein mit Kaffee und Kuchen. Es war ein Moment des Innehaltens und des Gedenkens, der viele in Erinnerungen schwelgen ließ. Der Jubiläumsgottesdienst der Gläubigen fand am Dienstagabend im St. Marien-Dom statt – ein weiterer Schritt in eine neue Ära, während die Erinnerungen an die St. Martin Kirche in den Herzen der Menschen weiterleben werden. Man könnte sagen, jede Kirchengemeinde erzählt ihre eigene Geschichte, und die von St. Martin ist durchzogen von Gemeinschaftsgeist, Wandel und der Hoffnung auf eine positive Zukunft.