Die frische Brise der Ostsee trägt die Nachricht: Die Heringssaison in Mecklenburg-Vorpommern ist am 6. März 2026 offiziell gestartet! Doch so ganz läuft es nicht nach Plan. Die Fischer sind durch die niedrigen Wassertemperaturen und die verfrorenen Küstenbereiche stark eingeschränkt. Hier und da sieht man die Boote der Fischereibetriebe aus Wismar, Warnemünde, Hiddensee und Usedom – aber die Ausbeute ist mager. Von Mitte Januar bis Mitte Februar haben die vier Betriebe gerade mal vier Tonnen Hering an Land gezogen. Da fragt man sich, wo die ganzen Fische geblieben sind.
Die Situation ist nicht neu. Seit 2022 ist die gezielte Fischerei in der westlichen Ostsee stark eingeschränkt, und die Fischer dürfen nur mit passiven Geräten wie Stellnetzen oder Reusen arbeiten. Das bedeutet, dass sie ihre Fänge auch melden müssen – eine zusätzliche bürokratische Hürde, die nicht jeder gerne in Kauf nimmt. Aber es gibt Hoffnung: Die Kälte des Winters könnte sich positiv auf die Laichsaison auswirken. Niedrige Wassertemperaturen könnten das Ablaichen verzögern, was den kleinen Heringsbeständen zugutekommen könnte. Fachleute vom Thünen-Institut für Ostseefischerei sind optimistisch, dass im nächsten Jahr wieder regulär gefischt werden kann, auch wenn die Schätzungen bei nur 1.000 Tonnen liegen.
Die Herausforderungen der Fischerei
Die Hälfte der Fischereihäfen in Mecklenburg-Vorpommern ist bereits ohne Fischer, was die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung des Herings für die Küstenfischerei unterstreicht. Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat immer wieder betont, wie wichtig der Hering für die Region ist. Die EU hat im Oktober 2025 neue Fangquoten festgelegt, doch die Limits für den westbaltischen Hering bleiben unverändert. Ein Lichtblick gibt es für die Kleinfischerei an der Küste, wo der Hering nur als Beifang erlaubt ist. Da steht man als Fischer schon manchmal vor der Frage: Wie lange kann das gut gehen?
Die Herausforderungen beschränken sich jedoch nicht nur auf die Regeln der Fischerei. Der Klimawandel bringt zusätzliche Schwierigkeiten mit sich. Extremwetterlagen und steigende Temperaturen gefährden die Gewässerfunktionalität und damit die Flora und Fauna der Ostsee. Um dem entgegenzuwirken, sind langfristige Maßnahmen notwendig. Schutzgebiete müssen eingerichtet und bestehende Gewässer renaturiert werden, um die Lebensräume für Fischarten in Binnengewässern zu erhalten. Das klingt alles sehr nach Zukunftsvision, aber die Zeit drängt!
Ein Blick in die Zukunft
Die Renaturierung der Gewässer ist ein entscheidender Schritt. Durch die ökologische Aufwertung von Binnengewässern kann die Laichbedingungen verbessert werden. Das Einrichten von Kaltwasserrefugien könnte den Fischen helfen, sich zurückzuziehen, wenn die Temperaturen steigen. Auch die Vernetzung von Fließgewässern spielt eine große Rolle, denn das erleichtert den Zugang zu kühleren Abschnitten. Die positiven Nebeneffekte dieser Maßnahmen sind nicht zu vernachlässigen: Sie schützen vor Überschwemmungen und verbessern den ökologischen Zustand der Gewässer. Und wer möchte nicht in einer Region leben, die sich um ihre natürlichen Ressourcen kümmert?
Die Herausforderungen der Fischerei sind vielfältig und komplex. Doch trotz aller Widrigkeiten hoffen die Fischer und Fachleute auf eine Wende zum Besseren. Die kommenden Monate könnten entscheidend für die Heringbestände sein – und damit auch für die Fischer, die auf diesen wertvollen Fisch angewiesen sind. Die Ostsee bleibt ein faszinierendes, aber auch herausforderndes Ökosystem, das es zu schützen gilt. Ob die Fischer und die Politik die richtigen Weichen stellen, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Die Liebe zum Hering ist ungebrochen.