Am 7. Juni 2026 wird Kiel zum Schauplatz eines außergewöhnlichen Ereignisses: Der bundesweit erste Kinderrechte-Gipfel findet im Audimax der Christian-Albrechts-Universität statt. Um 11 Uhr geht’s los, und was diesen Gipfel so besonders macht? Nun, er wird nicht von Erwachsenen für Kinder organisiert, sondern von den Kindern selbst! Ja, das ist richtig. Hier gestalten die kleinen Akteure die Bühne, und das ganz nach ihren Vorstellungen.
Die Zielgruppe sind Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren sowie deren Familien. Ein wichtiger Aspekt des Gipfels ist die Thematisierung der Kinderrechte, mit einem besonderen Fokus auf das Recht auf Schutz vor Gewalt – Artikel 19 der UN-Kinderrechtskonvention. In Schleswig-Holstein meldete das Statistikamt Nord für 2024 über 2.700 Fälle von Kindeswohlgefährdung, was einen alarmierenden Anstieg von fast 48% im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Ein Grund mehr, diesen Themen die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen.
Mitgestalten und aktiv teilnehmen
Die Kinder sind nicht nur Zuschauer, sondern auch aktive Mitgestalter des Gipfels. Sie waren an der Vorbereitung und Planung beteiligt und haben sich sogar mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft getroffen, um die Themen zu bestimmen, die ihnen wichtig sind. Das Programm umfasst eine Kinderrechte-Rallye, kreative Workshops, in denen sie einen Kinderrechte-Song schreiben, Geschichten erfinden, basteln und sich bewegen können. Um 13:15 Uhr erwartet die Gäste ein geplantes Theaterstück von Kindern, begleitet von einem Vortrag der engagierten Clarissa Corêa da Silva.
Unterstützt wird dieses einmalige Event durch Fachkräfte des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein sowie ein breites Bündnis aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Ein echter Gemeinschaftsakt also, der zeigt, wie wichtig die Einbeziehung von Kindern in Entscheidungen ist. Denn schließlich sind sie die Experten ihrer eigenen Lebenswelt!
Ein Blick auf die UN-Kinderrechtskonvention
Die UN-Kinderrechtskonvention, die 1989 verabschiedet wurde und 1992 in Deutschland in Kraft trat, bildet das Fundament für diesen Gipfel. Sie besteht aus 54 Artikeln, die die Rechte von Kindern festschreiben. Deutschland hat sich verpflichtet, die Rechte der Kinder zu achten, zu schützen und zu fördern. Diese Konvention gilt in Deutschland als einfaches Bundesgesetz, und alle Menschen bis 18 Jahre werden als Kinder betrachtet. Dabei wird das Kindeswohl bei allen staatlichen Entscheidungen, die Kinder betreffen, in den Mittelpunkt gerückt – ein Prinzip, das in Artikel 3 verankert ist.
Die vier Grundprinzipien der Konvention sind Diskriminierungsverbot, Recht auf Leben und persönliche Entwicklung, Kindeswohlvorrang sowie das Recht auf Beteiligung. All das soll sicherstellen, dass Kinder nicht nur geschützt, sondern auch aktiv in die Gesellschaft eingebunden werden. Das ist besonders wichtig, um ihre Stimmen zu hören und ihre Meinungen ernst zu nehmen.
Ein wichtiges Anliegen für die Zukunft
In diesem Jahr stehen die Kinderschutzwochen im Kreis Segeberg ganz im Zeichen des Einflusses von Medien auf Kinder. Eine Thematik, die nicht nur aktuell, sondern auch essenziell ist. Kinderrechte sind nicht nur ein Schlagwort, sondern ein wichtiges Anliegen, das in unserer Gesellschaft immer mehr Beachtung finden sollte. Der Kinderrechte-Gipfel in Kiel ist ein Schritt in die richtige Richtung – ein Ort, an dem Kinder gehört werden und an dem sie die Möglichkeit haben, ihre Rechte aktiv einzufordern.
Es bleibt zu hoffen, dass dieser Gipfel nicht nur für die Beteiligten ein unvergessliches Erlebnis wird, sondern auch als Anstoß für weitere Initiativen dient, die Kinderrechte ins Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu rücken. Die Zeit ist reif, und die Kinder sind bereit.