Heute ist der 30.04.2026 und die Bewohner von Wyk auf Föhr müssen sich von einem lang ersehnten Projekt verabschieden. Die Stadtvertretung hat einstimmig beschlossen, den Neubau des Wellenbades „Aquaföhr“ abzubrechen. Die Entscheidung fiel am 23. April 2026, nachdem sich gezeigt hatte, dass die Anforderungen an das geplante Bad und die finanziellen Möglichkeiten der Stadt nicht miteinander vereinbar sind. Die hohen potenziellen Risikokosten, die durch aktuelle Krisen und steigende Materialpreise bedingt sind, haben die Stadtvertreter dazu bewogen, einen Schlussstrich zu ziehen.
Ursprünglich waren die Kosten für das neue Erlebnisbad auf etwa 95 Millionen Euro geschätzt worden, doch diese könnten um bis zu 16 Millionen Euro ansteigen. Ein Gutachten hatte bereits vor Jahren ergeben, dass die Kosten für eine Sanierung des bestehenden Wellenbads und für den Neubau nahezu gleich sind – eine echte Zwickmühle für die Stadt Wyk. Bürgermeister Uli Hess (CDU) betonte, dass trotz der Entscheidung ein Bad weiterhin benötigt wird und Alternativen in der kommenden Zeit besprochen werden sollen.
Die Hintergründe des Abbruchs
Der Handlungsbedarf für das 1971 erbaute und 1995 sanierte Wellenbad wurde bereits 2015 festgestellt. Seitdem laufen die Planungen für eine energetische Sanierung, und die Stadtvertretung hatte 2016 eine neutrale Bedarfsplanung sowie eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung beauftragt. Im Jahr 2019 stimmte die Stadtvertretung schließlich einstimmig für den Neubau des Wellenbades. Ein Architekturwettbewerb wurde gestartet und der Sieger überzeugte mit einem städtebaulichen Konzept.
Trotz der Zusage von 30 Millionen Euro netto Förderung durch die Investitionsbank Schleswig-Holstein und der Einholung von Finanzierungsplänen sowie Genehmigungen, sind die Bauarbeiten aufgrund unvorhergesehener Kostensteigerungen ins Stocken geraten. Die Hochwasserschutzanforderungen, die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg hatten ihre Spuren hinterlassen und machten eine Neubewertung notwendig. Letztlich wurde nur ein verwertbares Angebot einer Bietergemeinschaft abgegeben, das die Kostenschätzung weit überschritt und keine Übernahme der Risiken anbot.
Was kommt jetzt?
Die Stadt Wyk plant, in den kommenden Monaten Lösungen für eine Kernsanierung des alten Bades oder eventuell einen Neubau an anderer Stelle zu erarbeiten. Bis Juni sollen Ideen in einer Arbeitssitzung zusammengetragen werden. Mögliche Alternativen umfassen die Ertüchtigung und Modernisierung des bestehenden Bades oder sogar den Bau eines Hotels.
Die Schicksalsfrage bleibt also, wie die Gemeinde in Zukunft die Bedürfnisse der Bevölkerung und der Touristen im Bereich Freizeit und Gesundheit erfüllen kann. Die Notwendigkeit eines Bades auf der Insel Föhr bleibt unverzichtbar, auch wenn der Weg dorthin nun eine andere Richtung einschlagen muss.