Heute ist der 14.05.2026 und wir werfen einen Blick auf die alarmierenden Entwicklungen im Bereich der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz. Die DAK-Studie zur Entwicklung der Fehltage zeigt, dass die Anzahl psychisch bedingter Krankmeldungen in den letzten zehn Jahren um satte 52 % gestiegen ist. Das ist keine Kleinigkeit! Zwischen 2013 und 2023 wurden die Krankmeldungen von etwa 2,38 Millionen Versicherten ausgewertet, und die Ergebnisse sind erschreckend. Vor allem die jüngeren Generationen erkranken zunehmend an Depressionen und melden sich krank. Ein Trend, der uns alle nachdenklich stimmen sollte.
Der Anstieg der kurzfristigen Krankschreibungen, die immer mehr zunehmen, trägt nicht zuletzt zur Erhöhung der Fehltage bei. Diese Entwicklung wirft Fragen auf – etwa zu den psychischen Belastungen im Arbeitsumfeld. Was wird unternommen, um die Arbeitnehmer zu schützen? Und wo finden Betroffene Hilfe? In Wilhelmshaven gibt es aktuell 10 Psychotherapeut:innen mit freien Kassenplätzen im Umkreis von 100 km. Angeboten werden verschiedene Behandlungsarten wie systemische Therapie, Verhaltenstherapie und tiefenpsychologische Therapie. Eine Tabelle mit Kontaktdaten der Therapeuten steht bereit, um denjenigen zu helfen, die Unterstützung suchen.
Ein Blick auf die Zahlen
Das ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Der Psychreport 2025 hat ergeben, dass psychische Erkrankungen 17,4 Prozent des Krankenstandes der DAK-versicherten Beschäftigten ausmachen. Das sind sieben Prozent der Beschäftigten, die 2024 mindestens einmal aufgrund einer psychischen Erkrankung krankgeschrieben waren. Auf 100 Versicherte gab es 342 Arbeitsunfähigkeitstage – das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders auffällig ist dabei, dass Frauen mit 431 Fehltagen deutlich höher betroffen sind als Männer mit 266 Fehltagen. Und die durchschnittliche Krankschreibungsdauer? Sie betrug stolze 33 Tage.
Die Zahlen zeigen auch, dass jüngere Beschäftigte bereits stark betroffen sind und diese Zahlen mit dem Alter steigen. Bei älteren Beschäftigten erhöhen sich die Fehltage auf rund 58 Tage. Im Gesundheitswesen sind die Zahlen besonders alarmierend: Auf 100 Versicherte kommen hier 476 AU-Tage. In der Altenpflege sind es 573 Fehltage, und Beschäftigte in sozialen Berufen haben sogar bis zu 71 Prozent mehr psychisch bedingten Arbeitsausfall als der Durchschnitt. Diese Herausforderungen machen deutlich, dass wir dringend über Strategien nachdenken müssen, um die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern.
Der Weg zur Besserung
Die DAK-Gesundheit empfiehlt, ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) einzuführen, um psychische Erkrankungen vorzubeugen. Das sollte für Unternehmen höchste Priorität haben. Gerade in Zeiten, in denen die Anzahl der kurzen Krankschreibungen (1-3 Tage) um 6,3 % und die von 4-7 Tagen um 4,8 % angestiegen ist, ist es an der Zeit, Maßnahmen zu ergreifen. Gleichzeitig gibt es einen Rückgang bei langen Krankschreibungen, was vielleicht ein kleines Licht am Ende des Tunnels ist.
Und was ist mit den Angeboten für Menschen, die mit Suizidgedanken kämpfen? Es gibt Beratungsstellen und Informationen zur Kliniklandschaft in Deutschland, die Unterstützung bieten. Der Weg zur Heilung kann lang und steinig sein, aber es gibt Hilfe – und das sollte jeder wissen.