In Wilhelmshaven haben Väter die Möglichkeit, sich in einem ganz besonderen Kurs auszutauschen: „Väter unter sich – Alltag. Austausch. Ankommen.“ Ein Angebot der Volkshochschule, das nicht nur ein bisschen Theorie bietet, sondern vor allem einen Raum für echte Gespräche schafft. Kurze Stille, dann ein Lachen – so könnte man die Atmosphäre beschreiben, die Kursleiter Olaf Gabriel-Jürgens, selbst Vater und mit einem Gespür für die Herausforderungen, die die Vaterschaft mit sich bringt, geschaffen hat. Ob man nun frischgebackener Papa oder schon länger im Spiel ist, hier ist jeder willkommen, um seine Erfahrungen zu teilen.

Was macht diesen Kurs so besonders? Nun, es ist die Freiheit, Schwäche zeigen zu dürfen. Gabriel-Jürgens betont, wie wichtig es ist, offen über die eigenen Überforderungen zu sprechen. In einer Welt, in der oft das Bild des starken Vaters propagiert wird, wird hier ein Zeichen gesetzt – Schwäche ist kein Zeichen von Versagen, sondern von Menschlichkeit. Die Teilnehmer haben die Gelegenheit, über ihre Sorgen und Ängste zu plaudern, ohne sich dabei verurteilt zu fühlen. Ein regelrechter „Kraftort“ für Väter, die sich gegenseitig unterstützen und inspirieren wollen.

Positive Erfahrungen und echte Veränderungen

Ein Beispiel gefällig? Andrea Barco, ein Teilnehmer, fand nach der Trennung von seiner Partnerin in diesem Kurs Unterstützung. Plötzlich war Kommunikation mit der Ex-Partnerin kein nervenaufreibendes Unterfangen mehr, sondern ein wichtiger Schritt, um das Wohl des Kindes im Blick zu behalten. Der Austausch mit anderen Vätern half ihm, seine Sichtweise zu ändern und neue Wege zu finden, um miteinander umzugehen. Und das, obwohl nur vier bis sechs Teilnehmer pro Monat in den Kurs kommen – eine kleine, aber feine Runde, die zeigt, wie wichtig solche Räume sind.

Die Zahlen der Barmer-Krankenkasse sind da ein deutliches Signal: Oft sind es die Mütter, die die Hauptlast der Betreuung kranker Kinder tragen. Ein Umstand, der die Rolle von Vätern in der Erziehung und Betreuung in Frage stellt. In einem solchen Kontext ist das Angebot der VHS ein echter Lichtblick. Es geht darum, alte Rollenbilder zu hinterfragen und eine neue, aktive Vaterschaft zu fördern.

Ein Netzwerk für Väter

Und nicht nur das: Das Väter-Netzwerk ist eine Initiative, die sich speziell für die Belange von Vätern stark macht. Hier wird auf die Bedeutung einer aktiven Rolle eingegangen, besonders in Zeiten von Trennungen. Denn in Deutschland wachsen über 90% der Kinder nach einer Trennung bei der Mutter auf. Ein Umstand, der viele Väter in eine schwierige Situation bringt. Täglich erleben etwa 400 Kinder diese Realität. Es ist ein Aufruf, den Väter nicht in alte Rollenmuster drängen zu lassen, sondern sie zu ermutigen, sich aktiv in das Leben ihrer Kinder einzubringen.

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Das Väter-Netzwerk bietet Unterstützung für betroffene Väter, die in herausfordernden Lebenslagen stecken. Es geht nicht nur um persönliche Gespräche, sondern auch um die Mitarbeit an Forschungsprojekten, die dazu beitragen sollen, die Ergebnisse in die Politik und Gesellschaft zu tragen. Ziel ist es, gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die aktive Vaterschaft nach Trennungen fördern. Ein klarer Aufruf zur Kontaktaufnahme – sei es für Hilfe, Anregungen oder um an Treffen teilzunehmen.