Die Georg-August-Universität Göttingen hat einen neuen Präsidenten: Dr. Johannes Wessels wird am 1. Oktober 2026 die Leitung der traditionsreichen Hochschule übernehmen. Wessels, der derzeit als Rektor der Universität Münster tätig ist und dort seit 2016 wirkt, bringt eine beachtliche Führungserfahrung und ein weitreichendes Netzwerk in der deutschen Hochschullandschaft mit. Seine Erfolge in Münster, wo er die strategische Ausrichtung, Internationalisierung und Forschungsprofile vorangetrieben hat, lassen auf eine ebenso dynamische Amtszeit in Göttingen hoffen.
Seine Amtszeit in Münster endet am 30. September 2026, sodass er nahtlos die Verantwortung in Göttingen übernehmen kann. Wessels folgt auf Prof. Dr. Axel Schölmerich, der die Hochschule nur interimsweise geführt hat. Schölmerich trat im November 2025 die Nachfolge von Prof. Dr. Martin Tolan an, der aufgrund eines als autoritär wahrgenommenen Führungsstils und dem Scheitern bei der Exzellenzinitiative abgewählt wurde.
Ein frischer Wind für die Universität
Mit Dr. Wessels an der Spitze wird die Universität Göttingen in eine neue Ära der internationalen Zusammenarbeit und wissenschaftlichen Exzellenz eintreten. Die Kultusministerkonferenz hat erst kürzlich eine neue Strategie zur Internationalisierung der Hochschulen in Deutschland verabschiedet, die als Motor für internationale Mobilität dienen soll. Diese Strategie, die im Juni 2024 in Saarbrücken präsentiert wurde, zielt darauf ab, rechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen zu verbessern und Hochschulen als Akteure auf dem internationalen Parkett zu stärken.
Die Herausforderungen und Chancen der Internationalisierung sind auch für Wessels von zentraler Bedeutung. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat eine Europa-Strategie bis 2030 formuliert, die Leitgedanken für europäisches Handeln bereitstellt und zehn Ziele ableitet. Dies bietet eine hervorragende Grundlage für Wessels, um die internationalen Forschungsprofile der Göttinger Hochschule weiterzuentwickeln und zu festigen.
Der Weg zur Exzellenz
Die Hochschule hat in der Vergangenheit bereits diverse Initiativen zur Internationalisierung unternommen, und mit Wessels an der Spitze könnte dieser Prozess nun an Fahrt gewinnen. Die Abteilung Internationales der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) unterstützt diese Bestrebungen und vertritt die Interessen der deutschen Hochschulen auf internationaler Ebene. Der HSI-Monitor bietet zudem wertvolle Profildaten zur Hochschulinternationalität und könnte Wessels wertvolle Einblicke für die zukünftige Planung und Umsetzung von Internationalisierungsstrategien liefern.
Die Universität Göttingen steht also vor spannenden Zeiten. Mit einem neuen Präsidenten, der nicht nur über umfassende Erfahrung, sondern auch über eine klare Vision für die Zukunft verfügt, wird es interessant sein zu beobachten, wie die Hochschule ihre internationalen Ambitionen verwirklichen kann. Die kommenden Jahre könnten entscheidend sein für die Positionierung der Universität im globalen Hochschulraum – und Dr. Johannes Wessels scheint genau der richtige Mann für diese Herausforderung zu sein.