Heute ist der 4.05.2026, und in Göttingen gibt es einiges zu berichten. In den letzten Tagen wurde die Stadt mit einem traurigen Vorfall konfrontiert. Am 30. April wurden an der Düsteren Straße 1 beschmierte Stolpersteine entdeckt. Solche Taten sind nicht nur ein Zeichen von Vandalismus, sondern auch ein Angriff auf das Gedächtnis der Opfer von Totalitarismus und Verfolgung. Antisemitismus hat hier – und woanders – keinen Platz, das hat auch Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt in einer klaren Stellungnahme betont. Sie unterstrich die Bedeutung der Stolpersteine als Mahnmal für all jene, die gelitten haben.

Die Stadtverwaltung ließ diese und weitere beschmierte Stolpersteine im Stadtgebiet reinigen, und am 2. Mai wurde dann auch der Bauhof aktiv, um ähnliche Vandalismen vor den Groner Straßen 9 und 52, im Papendiek 26 sowie der Weender Straße 19-21 zu beheben. Die aufgetragenen Klebstoffreste ließen sich mit einem Schaber entfernen – eine kleine Erleichterung im Angesicht der Schwere der Taten. Mitglieder der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V. (GCJZ) packten am Wochenende mit an und halfen bei der Reinigung. Es ist bewundernswert, wie sich die Gemeinschaft zeigt, wenn es darum geht, ein Zeichen gegen solchen Hass zu setzen.

Erinnerung an die Opfer

Die Stolpersteine sind mehr als nur Steine im Bürgersteig; sie erzählen die Geschichten von Menschen, die unter dem nationalsozialistischen Regime gelitten haben. Nehmen wir zum Beispiel Hedwig Steinberg, geboren 1867, die 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde. Oder Gustav Eisenstein, der 1934 verstorben ist, nachdem er gedemütigt und entrechtet wurde. Ihre Namen und Schicksale sind in Göttingen und darüber hinaus Teil der Erinnerungskultur.

Ein weiteres Beispiel ist die Familie Eisenstein. Else, Ruth und Inge Eisenstein wurden 1942 nach Raasiku deportiert und dort ermordet. Ihre Geschichten sind nur einige von vielen, die wir nicht vergessen dürfen. Die Stadt hat sich entschieden, die Stolpersteine als Erinnerungskultur zu bewahren und hat ein Online-Gedenkbuch eingerichtet, in dem Informationen über die Opfer des Nationalsozialismus aus der Region Göttingen bereitgestellt werden. Es ist ein wertvoller Schritt in der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte.

Gemeinschaft und Verantwortung

Dass die Stadtverwaltung gegen Hass und Geschichtsvergessenheit steht, darf nicht nur ein Lippenbekenntnis sein. Es erfordert eine kontinuierliche Anstrengung, sowohl in den Schulen als auch im Alltag. Die Reinigung der Stolpersteine ist ein Anfang, aber wir müssen weiterdenken. Die Schicksale der Menschen, die dort verzeichnet sind, sind nicht nur Daten; sie sind Menschen mit Träumen, Hoffnungen und einem Leben, das gewaltsam aus dem Fluss der Geschichte gerissen wurde.

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Die Stolpersteine, die vor den Häusern in der Düstere Straße und anderswo verlegt sind, sind ein wichtiger Bestandteil unserer gemeinsamen Erinnerungskultur. Jedes Mal, wenn wir an einem Stolperstein vorbeigehen, sollten wir innehalten und den Menschen gedenken, die dort gelebt haben, und uns fragen: Was können wir tun, um sicherzustellen, dass sich Geschichte nicht wiederholt? Es liegt an uns, diesen Teil unserer Geschichte lebendig zu halten, und den Opfern die Ehre zu erweisen, die sie verdienen.

In Göttingen, wo die Gemeinschaft zusammenkommt, um die Stolpersteine zu reinigen und zu schützen, wird deutlich: Wir sind alle Teil dieser Verantwortung. Der Einsatz gegen Antisemitismus und jede Form von Diskriminierung ist ein gemeinsames Anliegen, und die Stadt hat sich verpflichtet, diesen Weg weiterzugehen.