Der 20. Mai ist nicht nur ein Datum, sondern ein ganz besonderes Ereignis – der Weltbienentag! Ausgerufen von den Vereinten Nationen, soll dieser Tag uns daran erinnern, wie wichtig die kleinen, summenden Geschöpfe für unser Ökosystem sind. Die Bienen sind nicht nur fleißige Bestäuber, sondern auch entscheidend für die globale Ernährungssicherheit. Leider sind viele Bienenarten in Gefahr. Das ist ein Thema, das uns alle angeht.
In Delmenhorst hat sich die Familie Struß in den letzten drei Jahren dem Thema Imkerei verschrieben. Mit ihren zehn Bienenvölkern leisten sie einen kleinen, aber feinen Beitrag zum Bienenschutz. Wenn man die Straße entlanggeht, kann man direkt am Wohnhaus den köstlichen Delme-Honig kaufen. Die Gläser mit dem markanten schwarzen Etikett sind echte Hingucker und laden zum Zugreifen ein. „Kauft euren Honig direkt beim Imker“, empfiehlt Sandra Struß, „da wisst ihr, was ihr bekommt.“ Und das ist auch wichtig, denn nicht jeder Honig im Supermarkt ist von guter Qualität. Roland Struß warnt vor gefälschtem Honig, der oft aus Wasser, Zucker und Farbstoffen besteht.
Die Bedeutung der Bienen
Wusstet ihr, dass Honigbienen die drittwichtigsten Nutztiere nach Rind und Schwein sind? Ein einzelnes Bienenvolk hat ein beeindruckendes Sammelgebiet von etwa 50 Quadratkilometern. Um nur 500 Gramm Honig zu produzieren, fliegen die fleißigen Arbeiterinnen rund 40.000 Mal aus und legen dabei eine Strecke zurück, die fast dreimal um die Erde reicht – das sind etwa 120.000 Kilometer! Und während sie unterwegs sind, besuchen sie 200 bis 300 Blüten pro Flug. Unglaublich, oder?
Deutsche Imker ernten jährlich zwischen 15.000 und 25.000 Tonnen Honig. Das deckt etwa 20 % des Verbrauchs in Deutschland. Und der durchschnittliche Deutsche verzehrt rund 1 Kilogramm Honig pro Jahr. Dennoch ist die Imkerei für viele, wie auch für die Familie Struß, ein Hobby. Die Preise für guten Honig beginnen bei etwa sieben Euro pro Glas, während seltene Sorten wie Heide- oder Waldhonig sogar bis zu zwölf Euro kosten können. Das ist nicht gerade günstig, aber die Qualität spricht für sich.
Bienenfreundlichkeit in der Praxis
Die Bedrohungen für die Bienenvölker sind vielfältig. Asiatische Hornissen, Varroamilben, Pestizide und versiegelte Flächen setzen den kleinen Helfern zu. Doch es gibt auch Hoffnung: Der Imkerverein Delmenhorst verzeichnet einen deutlichen Zulauf. Immer mehr Menschen möchten aktiv etwas für die Bienen tun. Vielleicht ist das der richtige Zeitpunkt, um im eigenen Garten etwas bienenfreundlicher zu gestalten. Weniger Pflege, das Liegenlassen von Baum- und Strauchschnitt und das Aufstellen von Insektenhotels sind einfache Schritte, um den Bienen zu helfen.
Die positiven Auswirkungen auf die Ernte sind nicht zu unterschätzen. Bienen können die Obsternte um bis zu 70 Prozent steigern! Das ist doch ein guter Grund, sich für die kleinen Tierchen einzusetzen. Und wenn ihr das nächste Mal im Garten sitzt, vielleicht summt da eine Biene vorbei, die gerade auf dem Weg zu ihrer nächsten Blüte ist. So kann man die Welt mit ganz anderen Augen sehen.
Ein verantwortungsvoller Umgang
Ein wichtiger Hinweis zum Umgang mit Bienen: Wildbienen sind nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Das heißt, dass das Fangen, Verletzen oder Töten von Wildbienen verboten ist. Auch bei Honigbienen sollte man Ruhe bewahren, denn sie stechen nur bei unmittelbarer Bedrohung. Ein paar ruhige Bewegungen können helfen, verirrte Bienen einzufangen. Und wenn ihr mal einen Schwarm seht, macht euch keine Sorgen – die sind in der Regel friedlich.
Heute, am Weltbienentag, sollten wir uns Zeit nehmen und über das nachdenken, was diese kleinen Wesen für uns tun. Schaut einmal bei Familie Struß vorbei, gönnt euch ein Glas von ihrem köstlichen Honig und denkt daran: Jede Biene zählt!