Heute ist der 30.05.2026. In Braunschweig gibt es derzeit einen Grund zur Hoffnung – zumindest für die Löwen Braunschweig. Der sportlich abgestiegene Basketballclub darf auf einen Verbleib in der Basketball-Bundesliga (BBL) hoffen. Wie das? Das Ganze hängt mit dem Wildcardverfahren zusammen. Für eine Gebühr von 800.000 Euro könnte der Verein eine Wildcard erwerben und somit in der höchsten deutschen Liga weiter mitmischen. Ein echter Schachzug, wenn man bedenkt, dass der Abstieg nach einer schweren Saison eigentlich fest stand.
Was die Sache noch interessanter macht, ist die Entscheidung der Kirchheim Knights. Diese haben zwar die Gießen 46ers mit einem knappen 89:85 besiegt und sich somit ins Finale der Aufstiegs-Play-offs der Pro A katapultiert, aber – und das ist der Clou – sie haben keine Erstligalizenz beantragt. Das bedeutet, dass sie nicht aufsteigen können. Ihr Verzicht auf die Lizenz öffnete den Löwen Braunschweig die Türen zur Wildcard. Geschäftsführer Nils Mittmann hat bereits klargestellt, dass dieses Thema für den Verein von enormer Bedeutung ist. Die Finanzierung der Wildcard stellt allerdings eine Herausforderung dar und soll gemeinschaftlich gelöst werden. Da kommt es gerade recht, dass NBA-Star Dennis Schröder, der Hauptgesellschafter der Löwen, im Boot sitzt – auch wenn seine Unterstützung für diese Aktion noch ungewiss ist.
Herausforderungen und Chancen
Die Löwen stehen also an einem Scheideweg. Neben der finanziellen Seite müssen sie auch die BBL-Lizenzkriterien erfüllen. Das Wildcardverfahren ist kein Zuckerschlecken. In der Vergangenheit gab es bereits negative Beispiele für Clubs, die eine Wildcard genutzt haben. Crailsheim und Frankfurt sind da nur zwei Namen, die in den letzten Jahren absteigen mussten, nachdem sie eine Wildcard in Anspruch genommen hatten. Auch die Merlins und Tübingen haben 2023/24 auf eine Wildcard verzichtet, was zu einer BBL-Saison mit nur 17 Teams führte.
Die BBL selbst hat bereits organisatorische Schritte vorbereitet und wird bald über das Verfahren informieren. Es bleibt spannend. Wenn alles glattgeht, könnte der Verein nach einem Sieg gegen Chemnitz, der ihnen den vorletzten Platz sicherte, tatsächlich das Erstrecht auf die Wildcard nutzen. Und was würde das für die Fans bedeuten? Ein weiterer Versuch, in der höchsten Liga zu spielen, das wäre einfach nur genial!
Der Blick auf die Pro A
Während die Löwen Braunschweig um ihre Chance kämpfen, läuft in der Pro A das Halbfinale auf Hochtouren. Am 20. Mai 2026 starten die Halbfinals. Top-Seed Phoenix Hagen und die Eisbären Bremerhaven stehen bereit, um um den ersten Aufsteiger in die BBL zu kämpfen. Im Halbfinale zwischen Kirchheim und Gießen könnte es zu einer Rückkehr von Gießen in die Bundesliga kommen – nach vier langen Jahren. Sollte Kirchheim allerdings gewinnen, könnte nur ein Team aus der zweiten Liga aufsteigen, was den Löwen und anderen Absteigern wie Heidelberg die Möglichkeit gibt, durch die Wildcard in der Liga zu bleiben.
Die Wildcard ist ein heißes Eisen im deutschen Basketball. Ursprünglich wurde die Gebühr für die Wildcard in der BBL auf 700.000 Euro festgelegt, und die Regelungen haben sich über die Jahre mehrfach geändert. In der Vergangenheit gab es bereits zahlreiche Wildcard-Vergaben, die oft mit einem Auf und Ab für die betroffenen Teams verbunden waren. Also, was wird es für die Löwen Braunschweig? Eine letzte Chance auf den Traum von der BBL oder das endgültige Aus? Die nächsten Wochen werden zeigen, ob sich der große Einsatz lohnt oder ob die Löwen sich von der Liga verabschieden müssen. Es bleibt auf jeden Fall spannend!