Es ist ein spannender Tag für die Basketball Löwen Braunschweig. Der Verein hat die Möglichkeit, durch eine Wildcard in der Basketball-Bundesliga zu bleiben, und das sorgt für Aufregung in der Stadt. Nach einer schwierigen Saison, die auf dem 17. Platz endete, könnte sich jetzt doch noch alles zum Guten wenden. Eine Wildcard zu beantragen, ist ein großer Schritt, aber auch mit Kosten verbunden: Rund 800.000 Euro soll die Gebühr dafür betragen. Das ist kein Pappenstiel! Aber wenn man bedenkt, wie wertvoll das Teilnahmerecht an der BBL ist, könnte es sich durchaus lohnen. Geschäftsführer Nils Mittmann hat bereits die Risiken eines Abstiegs angesprochen – und die möchte sicher niemand erleben, besonders nicht in Braunschweig.
In der Zwischenzeit haben die Kirchheim Knights das Finale der Pro A erreicht. Mit einem beeindruckenden Halbfinalsieg gegen die Gießen 46ers, den sie mit 3-1 gewonnen haben, haben sie sich den Platz im Finale redlich verdient. Doch hier kommt der interessante Twist: Kirchheim hat keine Lizenz für die Basketball-Bundesliga beantragt. Das bedeutet, dass der Aufstieg in die höchste deutsche Liga nur für den Sieger des Finales gegen Phoenix Hagen oder die Eisbären Bremerhaven möglich ist, die in ihrer Halbfinalserie gerade 2-2 stehen. Ein Wettlauf gegen die Zeit und die Nerven! Wer auch immer als Sieger hervorgeht, wird sich dann auch um eine Lizenz für die Erste Liga kümmern müssen, um im nächsten Jahr in der BBL spielen zu können.
Wildcard und ihre Bedeutung
Die Wildcard-Vergabe in den höchsten deutschen Basketballligen, das heißt in der Basketball-Bundesliga und der Pro A, stellt eine interessante Möglichkeit dar. Sie erlaubt es Mannschaften, an einer Liga teilzunehmen, selbst wenn sie die regulären Qualifikationskriterien nicht erfüllen. Die Gesellschafterversammlung der BBL GmbH muss entscheiden, ob eine Wildcard vergeben wird. Und wenn man den Gerüchten Glauben schenken darf, ist eine positive Entscheidung für Braunschweig durchaus wahrscheinlich. Eine Wildcard wird in der Regel vergeben, wenn die Sollgröße der Liga nicht durch sportlich qualifizierte Bewerber erreicht wird. Das Gefühl, dass da etwas in der Luft liegt, ist spürbar.
Die Regelungen zur Vergabe sind nicht ohne, denn eine Mannschaft darf in den letzten fünf Saisons keine Wildcard erhalten haben. Das sorgt für eine gewisse Fairness, auch wenn es für den einen oder anderen Verein frustrierend sein kann. Die Gebühr für die Wildcard in der BBL hat sich seit der letzten Saison auf 700.000 Euro erhöht – ein sprunghafter Anstieg, wenn man bedenkt, dass sie bis zur Saison 2018/2019 nur 250.000 Euro betrug. Und nun? Nun steht Braunschweig vor der Herausforderung, diese Summe aufzubringen. Aber mit NBA-Star Dennis Schröder als Hauptgesellschafter könnte das Team die nötigen Mittel aufbringen, um in der Liga zu bleiben.
Die Wildcardregelung ist also nicht nur ein finanzielles, sondern auch ein sportliches Thema. In der Vergangenheit gab es immer wieder Beispiele für Wildcard-Vergaben, die den Vereinen eine zweite Chance gegeben haben. Die Basketballwelt ist klein, und alles kann sich schnell ändern. Das Gefühl, dass in Braunschweig eine spannende Zeit bevorsteht, ist nicht von der Hand zu weisen. Die nächsten Wochen werden entscheidend sein – sowohl für die Löwen als auch für die Knights.