In Wolgast hat sich die Bauzeit für die neue Peenebrücke verlängert, und die Fertigstellung wird nun für Ende 2029 angestrebt. Diese Brücke ist nicht nur ein Bauprojekt, sondern auch ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Verkehrssituation auf Usedom. Die Bietergemeinschaft um das Schweizer Bauunternehmen Implenia wurde im November 2025 ausgewählt, und die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Schwimmbagger sind im Einsatz, um den Peenegrund an den Pfeilerstandorten von Schlick zu befreien, während parallel die Vorbereitungen für die ersten Bohrungen der landseitigen Brückenpfeiler laufen.
Der ursprüngliche Plan sah eine Fertigstellung bereits für 2028 vor, doch die Herausforderungen des Baugrunds und ein verlängertes Vergabeverfahren haben zu dieser Verzögerung geführt. Besonders eine Klage vor dem Oberlandesgericht Rostock hat das Vergabeverfahren erheblich beeinflusst. Die Kosten für die Peenebrücke belaufen sich auf etwa 421 Millionen Euro, während das gesamte Projekt der Ortsumgehung Wolgast auf etwa 500 Millionen Euro geschätzt wird – eine gewaltige Summe, die ursprünglich mit 140 Millionen Euro veranschlagt wurde.
Technische Herausforderungen und Verkehrsbeeinträchtigungen
Die Bauarbeiten erforderten umfangreiche Verkehrsraumeinschränkungen. Einige Arbeiten konnten nur über die gesamte Straßenbreite durchgeführt werden, etwa das Einziehen des Gummiprofils der Fahrbahnübergänge über den gesamten Brückenbereich. Eine Vollsperrung der Straße war daher technisch bedingt unvermeidbar. Auch auf Teilbauwerk C, dem Klappenteil der Brücke, musste ein Dünnschichtbelag verwendet werden, der gemäß strenger Vorschriften aufgetragen werden musste. Trocknungszeiten und Mindestzeiten bis zur Belastung waren einzuhalten, was eine weitere Herausforderung darstellte.
Diese Arbeiten konnten nicht in verkehrsärmeren Zeiten wie dem Spätherbst oder Winter verlegt werden, da der Dünnschichtbelag bei vorgegebenen Temperaturen verarbeitet werden musste. Dies führte zu zusätzlichen Verzögerungen und einem erhöhten Aufwand, der durch die Notwendigkeit, das Material nahtlos unter einem Schutzzelt zu verarbeiten, noch verstärkt wurde.
Infrastruktur als Entwicklungsmotor
Diese Brücke ist Teil eines größeren Plans zur Verbesserung der Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern, der darauf abzielt, die Erreichbarkeit ländlicher Regionen zu verbessern und die wirtschaftliche Entwicklung im Küstenbereich zu fördern. Die Verantwortung für diese Projekte liegt sowohl beim Land Mecklenburg-Vorpommern als auch beim Bund, wobei der Bundesverkehrswegeplan 2030 diverse Aus- und Neubauprojekte in der Region vorsieht.
Zu den weiteren Verkehrsprojekten zählen der Ausbau der B96, der als wichtige Nord-Süd-Achse für Rügen und Stralsund gilt, sowie der Lückenschluss an der A14, der die Verbindung zwischen Schwerin und Magdeburg verbessern soll. Diese Maßnahmen sollen nicht nur Stau und Engpässe reduzieren, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung der Region weiter vorantreiben, was insbesondere für den Tourismus und die Güterwirtschaft von Bedeutung ist.
Insgesamt zeigt sich, dass trotz der Herausforderungen und Verzögerungen die neue Peenebrücke ein Schlüsselprojekt für die Zukunft von Wolgast und der umliegenden Regionen darstellt. Die Hoffnung ist groß, dass die verbesserte Infrastruktur positive Auswirkungen auf die Lebensqualität der Anwohner und die wirtschaftliche Entwicklung haben wird.