Wolgast, eine charmante Stadt mit Kopfsteinpflastergassen und einer Backsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert, hat eine Geschichte, die bis ins Jahr 1123 zurückreicht, als sie erstmals als Handels- und Zollstelle urkundlich erwähnt wurde. Mit einem Blick auf die Peene und ihre Wiesen, die von der leicht erhöhten Lage der Kirche und des Marktplatzes aus zu bewundern sind, bietet Wolgast eine malerische Kulisse. Doch trotz ihrer historischen Bedeutung als „Herzogstadt“ und „Tor zur Insel Usedom“ kämpft die Stadt gegen das Verlangen nach mehr Lebendigkeit. Viele Geschäfte stehen leer, und die Straßen sind oft menschenleer. Einzig ein Schuhladen, eine Buchhandlung und eine Bäckerei sorgen für ein wenig geschäftliches Treiben, während das Traditionscafé geschlossen bleibt und es an Drogerien mangelt.

Die Stadt, die einst von den Herzögen zu Pommern-Wolgast regiert wurde, hat mit dem Niedergang der Werft und der Abwanderung der Bevölkerung zu kämpfen. Jährlich besuchen über eine Million Touristen die nahegelegene Insel Usedom, doch viele setzen ihre Reise bei Regen fort nach Greifswald, ohne Wolgast eine Chance zu geben. Anja Müller, die seit zehn Jahren in der Stadt lebt und ursprünglich aus Sachsen stammt, versucht mit ihrer Pension in der Schusterstraße, die sie liebevoll „Gäste-WG“ nennt, einen Ort der Begegnung zu schaffen. Sie integriert Kunstwerke des früheren Hausbesitzers, Roland Spiegel, in die Einrichtung ihrer Pension und bietet ihren Gästen ein Zuhause auf Zeit.

Ein Blick in die Geschichte

Wolgast ist nicht nur ein Ort der Begegnungen, sondern auch ein Ort, der Tradition und Moderne vereint. Die historische Altstadt mit restaurierten Bürgerhäusern und markanten Bauwerken wie der St.-Petri-Kirche, die eine herzogliche Gruft beherbergt, und dem barocken Rathaus, erzählt von der reichen Geschichte der Stadt. Die letzte Residenz der Herzöge, das Schloss Wolgast, existiert zwar nicht mehr, doch die Erinnerung daran bleibt lebendig. Die Stadt war Mitglied der Hanse und erlebte in ihrer Blütezeit wirtschaftlichen Aufschwung, der bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurückreicht.

Besucher können die vielen Sehenswürdigkeiten wie die Gertrudenkapelle auf dem alten Friedhof oder das Stadtmuseum erkunden. Ein Highlight ist die hölzerne Amazonenbrücke, eine Klappbrücke über die Peene, die nicht nur ein technisches Meisterwerk ist, sondern auch das Flair der Stadt unterstreicht. Zudem ist Wolgast ein maritimer Standort mit einem Hafen, der Rundfahrten auf dem Achterwasser und dem Peenestrom anbietet. Die Peenebrücke, die 2000 fertiggestellt wurde, ist ein weiteres modernes Bauwerk, das die Stadt mit ihrer Umgebung verbindet.

Ein Ort für Kunst und Begegnung

In Anja Müllers Pension, dem „Kleinen Atelier“, das mit Blick auf den Peenestrom und Usedom begeistert, schafft sich ein lebendiger Ort, der Vergangenheit und Zukunft miteinander verknüpft. Kunstwerke in Form von Aquarellen, Gedichtbänden und einer Schautafel zur Geschichte der Stadt laden zum Verweilen und Entdecken ein. Auch wenn Anja nicht oft mit ihren Gästen in der Küche sitzt, fördert sie dennoch Begegnungen und Austausch. Diese persönliche Note macht ihre Pension zu einem besonderen Rückzugsort in einer Stadt, die viel zu bieten hat.

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Wolgast hat zwar mit Herausforderungen zu kämpfen, doch sein kulturelles Erbe und die Gastfreundschaft wie die von Anja Müller zeigen, dass die Stadt auch in Zukunft ein Ort voller Möglichkeiten bleibt. Besucher können hier nicht nur die Geschichte der Herzöge und die Schönheit der Natur erleben, sondern auch die kreative Küche in den zahlreichen Gaststätten genießen, die sich auf Meeresgerichte spezialisiert haben. So wird Wolgast trotz aller Widrigkeiten weiterhin ein Anziehungspunkt für die Region und ein Tor zur Insel Usedom bleiben.