Am 31. Mai 2026, in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Wellen an die Küste schlagen und der Wind die Gedanken der Menschen in die Ferne trägt, hat die AfD auf ihrem Landesparteitag in Grimmen ein deutliches Zeichen gesetzt. Mit einem einstimmigen Beschluss wurde das Wahlprogramm für die kommende Landtagswahl verabschiedet. Leif-Erik Holm, der charismatische Kopf der Bewegung in diesem Land, kündigte mit einem gewissen Stolz an, dass er nach der Wahl am 20. September 2026 Ministerpräsident werden möchte.

Doch der Weg dorthin ist steinig. Die AfD benötigt mindestens 43 Prozent der Stimmen, um eine Alleinregierung bilden zu können. Die anderen Parteien haben bereits angekündigt, eine Zusammenarbeit mit der AfD auszuschließen. Aktuelle Umfragen zeigen die Partei bei 36 Prozent – ein beachtliches Ergebnis, doch die SPD folgt dicht mit 27 Prozent, während die Linke auf 13 Prozent kommt. Die CDU dümpelt bei 10 Prozent und der BSW bei 5 Prozent. Die Grünen und die FDP haben es gar nicht in den Landtag geschafft. Die AfD, das ist klar, zielt auf die Wähler der CDU ab und möchte neue Wählerschichten ansprechen.

Fokus auf Migration und neue Strukturen

Ein zentrales Thema des Programms ist die Migrationspolitik, die in der aktuellen politischen Landschaft einen enormen Stellenwert hat. Die Forderung nach einer eigenen Grenz- und Rückführungspolizei wird lautstark erhoben. Doch nicht alle sind begeistert von diesem Ansatz. Lars Schwarz, der Präsident der Unternehmerverbände MV, äußert Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Migrationspolitik. Politologe Wolfgang Schröder warnt vor einem „Abschottungsprogramm“ und betont, dass die Region von Zuwanderung profitiert.

Die AfD versucht, sich mit moderatem Spitzenpersonal als regierungsfähig zu präsentieren. So kandidiert Holm im Wahlkreis Schwerin, während Enrico Schult auf Platz eins der Landesliste steht. Ein gewisses Aufsehen erregte die Wahl von Dario Seifert zum Generalsekretär, der trotz seiner Vergangenheit in der NPD in der Partei eine zentrale Rolle einnimmt. Die Aufstellung scheint durchdacht, doch die Ausgangslage für die Landtagswahl bleibt spannend und offen.

Migration als Dauerbrenner

In der breiteren politischen Diskussion hat Migration an Bedeutung gewonnen. Wie eine Umfrage im DeutschlandTrend von Januar 2025 zeigt, betrachten 37 Prozent der Befragten Zuwanderung und Flucht als das wichtigste Problem. Bei den AfD-Wählern sind es sogar 38 Prozent, die angeben, dass Zuwanderung ihre Wahlentscheidung am stärksten beeinflusst hat. Es ist ein Thema, das polarisiert und die politische Diskussion in Deutschland dominiert. Rund 21 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte leben in Deutschland – das entspricht etwa einem Viertel der Bevölkerung.

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Der Umgang mit Migration wird zunehmend als Prüfstein für die Demokratie im 21. Jahrhundert gesehen. Medienberichterstattung neigt oft zu einer negativen Verzerrung, und migrantische Stimmen kommen in der öffentlichen Diskussion selten zu Wort. Das hat Auswirkungen: In der Wahrnehmung vieler Menschen ist Migration ein wiederkehrendes Konfliktfeld, das durch Ereignisse wie den Solingen-Anschlag im August 2024 wieder in den Fokus rückt.

Die AfD hat sich als zentraler Akteur in dieser Debatte etabliert, indem sie Probleme konstruiert, sie dramatisiert und einfache Lösungen anbietet. Die mediale Darstellung von Migration verstärkt oft Vorurteile und schürt Ängste. Während über 80 Prozent der Bevölkerung während der Flüchtlingskrise 2015/16 Migration als wichtigstes Problem sahen, ist dieser Wert im Kontext des Ukraine-Kriegs auf etwa 5 Prozent gesunken. Ein stetiger Wechsel der Wahrnehmung, der zeigt, wie sensibel das Thema ist.