Heute ist der 15.05.2026 und wir schauen mal ganz genau hin, was die Tafeln in Mecklenburg-Vorpommern so umtreibt. Man könnte sagen, sie stehen im wahrsten Sinne des Wortes unter Druck. Die stark gestiegenen Kraftstoffpreise machen den Tafeln, die sich um die Lebensmittelrettung kümmern, ordentlich zu schaffen. Die Mehrkosten belaufen sich auf etwa 40 Prozent! Das ist eine ganz schöne Hausnummer, wenn man bedenkt, dass die Transporter oft lange Strecken zurücklegen müssen, um gespendete Ware abzuholen. In Demmin beispielsweise müssen sie bis kurz vor Hamburg fahren – das sind keine kleinen Sprünge.
Die Unterstützung durch lokale Discounter ist zwar da, aber für bestimmte Waren sind die Tafeln gezwungen, längere Wege auf sich zu nehmen. Es sind insgesamt 28 Tafeln in Mecklenburg-Vorpommern aktiv, viele davon mit mehreren Ausgabestellen. In Rostock gibt es beispielsweise 16 Ausgabestellen, und die Stadtmission Rostock ist gerade dabei, ihre Touren zu optimieren, um den gestiegenen Kraftstoffpreisen Rechnung zu tragen. Das ist nötig, denn die Lebenshaltungskosten steigen kontinuierlich, was dazu führt, dass immer mehr Menschen die Hilfe der Tafeln in Anspruch nehmen.
Herausforderung und Engagement
Die Tafeln können zwar keine Grundversorgung leisten, aber sie unterstützen durch Lebensmittelrettung und haben in Demmin an einem Tag fünf neue Personen aufgenommen. Insbesondere Familien mit vielen Kindern und ältere Menschen mit unzureichender Rente sind auf die Unterstützung angewiesen. Und auch wenn die Mehrbelastung durch die steigenden Preise eine Herausforderung darstellt, schaffen es die meisten Tafeln, diese aufzufangen. Ein Lichtblick: Das Zentrallager in Neubrandenburg stellt seit dem 1. Mai kostenlos Paletten bereit – vorher waren es immerhin 10 Euro pro Palette.
Wie sieht’s mit den Benzinpreisen aus? Die ändern sich in Mecklenburg-Vorpommern teilweise stündlich. Seit dem 1. September 2013 müssen Anbieter ihre Preisgestaltung öffentlich machen, was für Verbraucher eine echte Erleichterung darstellt. Man kann gezielt günstigere Tankstellen anfahren, und eine Faustregel besagt, dass die Preise in den frühen Morgenstunden am teuersten sind, während sie zwischen 18 und 21 Uhr am niedrigsten sind. Nachts steigen die Preise dann wieder, wenn viele Tankstellen schließen. Das macht die Planung für die Tafel-Transporter nicht gerade einfacher.
Helfende Hände und Solidarität
Die Tafeln sind in Deutschland mehr als nur Lebensmittelspender; sie sind ein wichtiger Bestandteil des sozialen Gefüges. Über 980 Tafeln engagieren sich gegen Lebensmittelverschwendung und Armut und unterstützen mehr als 1,5 Millionen Menschen mit geretteten Lebensmitteln. Dabei arbeiten sie größtenteils unabhängig von politischen Parteien oder Konfessionen. 77.000 aktive Helfer:innen, von denen 94 Prozent ehrenamtlich tätig sind, tragen zu dieser wichtigen Arbeit bei. Die Kund:innen kommen aus allen Altersgruppen und haben unterschiedliche Lebensgeschichten, die sich in ihren Gesichtern widerspiegeln.
Ein bisschen besondere Würze bringt die Tatsache, dass die meisten Tafeln auch auf Social Media aktiv sind. Kleinspenden von 5 oder 10 Euro sind herzlich willkommen und können einen großen Unterschied machen. Durch die Akquise über soziale Netzwerke gelingt es ihnen, auch jüngere Menschen zu erreichen und für die wichtige Mission der Lebensmittelrettung zu sensibilisieren. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass es in dieser schnelllebigen Welt Orte gibt, die sich um die Menschen kümmern und ihnen helfen, ohne sie zu verurteilen.
So bleibt zu hoffen, dass die Tafeln auch in dieser herausfordernden Zeit ihren wichtigen Beitrag leisten können. Denn das Leben ist nicht nur zum Überleben da, sondern auch zum Teilen und Miteinander. Und das spürt man, wenn man sieht, wie Menschen zusammenkommen, um anderen zu helfen.