Der heutige Tag hat es in sich! Am 6. Juni 2026 wurde offiziell bekannt gegeben, dass die Revo Hospitality Group, ein ehemals blühendes Unternehmen mit 250 Hotels in zwölf europäischen Ländern, sich in einer schweren Krise befindet. Es ist schon eine Weile her, dass die Gruppe Insolvenzanträge in Eigenverwaltung stellte – und jetzt stehen wir hier, mit der Nachricht, dass rund 120 Hotels verkauft werden sollen. Was für ein Umbruch!
Die Revo Hospitality Group, die einst mit einem einzigen Hotel in Leipzig im Jahr 2008 begann, steigerte sich bis 2020 auf stolze 250 Häuser. Ihr Geschäftsmodell basierte auf Franchising und Pachtverträgen, aber die Zeiten haben sich geändert. Steigende Kosten und schwache Übernachtungszahlen haben die Gruppe in die Knie gezwungen. Allein in der Berliner Unternehmenszentrale werden 450 Stellen wegfallen, während die meisten der 5450 Arbeitsplätze in den Hotels bestehen bleiben. Das klingt ja fast nach einem kleinen Trost in dieser schweren Zeit.
Der Ausverkauf und die Käufer
Die ersten Käufer sind bereits bekannt – Motel One wird gleich zwei Hotels in Kiel übernehmen, während Proark vier Hotels in Stralsund, Rostock und Eisenach in sein Portfolio aufnimmt. Auch Dormero in Passau hat zugeschlagen. Zwei Hotels in der Schweiz haben bereits einen neuen Besitzer gefunden: Wyndham. Für einige andere Häuser wird noch nach Lösungen gesucht. Es geht um die Zukunft von 120 Hotels, und über 100 Interessenten haben sich gemeldet! Rund 20 konkrete Angebote liegen auf dem Tisch, aber die genauen Kaufpreise und Käufer sind noch nicht veröffentlicht.
Um ehrlich zu sein, die Situation ist komplex. Während Revo vor der Herausforderung steht, die verbleibenden Hotels zu sanieren und Investoren zu finden, kommt es auch zu einer grundlegenden Verschiebung im Hotelmarkt. Die Insolvenzen der letzten Monate – dazu zählen auch Lindner und Achat – zeigen, dass viele Betreiber unter dem Druck hoher Fixkosten und wachsenden Anforderungen leiden. Ein starker Fokus auf Wachstum hat sich als problematisch erwiesen, und die Fragilität dieser Modelle wird immer klarer. Ein Umdenken ist nötig!
Die Hintergründe der Insolvenz
Revo Hospitality hat seit 2014 keine Gewinne mehr erzielt und kämpft nun mit einer Überschuldung von fast 20 Millionen Euro. Die Ursachen sind vielfältig: Hohe Personalkosten, steigende Energiepreise und rigide Pachtverträge haben die Gruppe in eine missliche Lage gebracht. Die Expansion, die einst so vielversprechend schien, brachte nicht die erhofften Skaleneffekte. Stattdessen sieht es so aus, als wäre die schnelle internationale Expansion mehr Fluch als Segen geworden.
In der Branche sind die Auswirkungen der Insolvenzen weniger dramatisch als zunächst befürchtet. Betreiberwechsel sind der häufigste Effekt, und die meisten Hotels werden nahtlos von neuen Betreibern übernommen. Es wird nicht zu massenhaften Schließungen kommen, und die Teams in den Hotels bleiben oft unter neuem Arbeitgeber. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die Marktbedingungen entwickeln und welche neuen Strukturen sich herauskristallisieren werden.
Die Revo Hospitality Group steht nun vor der Herausforderung, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken und an die neue Realität anzupassen. Die Suche nach Investoren und die Planung einer Sanierung bis Sommer 2026 sind der nächste Schritt. Nachhaltige, belastbare Konzepte sind gefragt. Und während die einzelnen Häuser weiterhin ihre Türen öffnen, bleibt die große Frage: Wie wird sich die Hotelbranche in den kommenden Jahren entwickeln? Die Antwort darauf ist noch ungewiss.