In Schwerin, der charmanten Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, dreht sich in den letzten zwei Jahren alles um das „Internationale Haus“. Unter der Leitung von René Brown, einem echten Quito-Geschöpf, und der in Bogotá groß gewordenen Carmela Daza, hat sich dieser Ort zu einer Drehscheibe der Begegnung entwickelt. Hier kommen Menschen aus aller Welt zusammen, um ihre Geschichten zu teilen und neue Freundschaften zu knüpfen. Ein Ziel, das in Zeiten globaler Migration nicht wichtiger sein könnte.
René, der 2017 in Mecklenburg-Vorpommern landete, hat 2024 in Schwerin sein neues Zuhause gefunden. Seine Begeisterung für die Integration von Zugewanderten ist ansteckend. Gemeinsam mit Carmela, die die Bedeutung von Netzwerken und Kontakten für die Integration betont, haben sie schon viele spannende Veranstaltungen ins Leben gerufen. Ein Beispiel ist die Lesung „Lesen International“, bei der Migranten Texte in ihrer Muttersprache vortragen – ein echtes Fest der Vielfalt. Die nächste Lesung am 21. Mai im Schweriner Museum widmet sich dem Thema „Zugehörigkeit“. Das klingt doch vielversprechend, oder?
Ein Ort der interkulturellen Begegnung
Das Internationale Haus am Ziegenmarkt ist mehr als nur ein Treffpunkt – es ist ein Begegnungszentrum, das von der Landesintegrationsbeauftragten Jana Michael eröffnet wurde. Hier leben über 100 Nationen unter einem Dach. Ein bunter Haufen, der nicht nur die deutsche Sprache erlernen, sondern auch seine eigene Kultur präsentieren möchte. Die Angebote sind vielfältig: von Tanzgruppen über Chöre bis hin zu Bastel- und Deutschkursen. Ein wahres Kaleidoskop an Möglichkeiten für Migranten aus Ländern wie Syrien, der Ukraine, Afghanistan, Ägypten, der Türkei, Mexiko, Kolumbien und Ecuador.
Die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Insbesondere die Anerkennung beruflicher Qualifikationen stellt viele Migranten vor große Hürden. Doch René und Carmela lassen sich nicht entmutigen. Sie suchen ständig nach Ehrenamtlichen, die ihre Projekte unterstützen können. Kochveranstaltungen sind nur der Anfang – auch Sport und Gartenarbeit stehen auf der Liste der Ideen. Es gibt so viel Raum für Kreativität und Austausch!
Ein Blick in die Zukunft
Die finanzielle Situation bleibt jedoch ein drängendes Anliegen. Das Internationale Haus benötigt dringend Unterstützung für Miete und Betriebskosten. Während das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) im ersten Jahr gefördert hat, sind neue Förderer nun unerlässlich, um die wertvolle Arbeit fortzusetzen. Anlässlich des zweiten Jubiläums wird mit Musik und Fingerfood gefeiert – eine wunderbare Gelegenheit, um die Erfolge der letzten zwei Jahre zu würdigen und neue Unterstützer zu gewinnen.
In einer Welt, die oft von Spaltung und Missverständnis geprägt ist, ist das Internationale Haus ein Lichtblick. Es ist ein Ort, an dem Menschen nicht nur die deutsche Sprache lernen, sondern auch Freundschaften schließen und gemeinsam lachen können. Ein echtes Zuhause für viele, die in Schwerin Fuß fassen möchten. Und vielleicht, nur vielleicht, können wir alle etwas von dieser Offenheit und Neugier lernen.