In Pasewalk gab es kürzlich ein echtes Ereignis, das die Herzen der Leser und Krimifans höher schlagen ließ. Der Autor Bert Lingnau, ein ganz besonderer Vertreter seiner Zunft, war zu Gast und präsentierte seine faszinierenden Geschichten im Rahmen des 775. Stadtjubiläums. Die Veranstaltung, organisiert vom Buchhaus Lange und der Stadtbibliothek, war so gefragt, dass die Karten im Nu ausverkauft waren – und das, obwohl viele weitere Interessierte noch gerne einen Platz gefunden hätten. Das zeigt, wie sehr die Menschen hierzulande nach spannenden Geschichten dürsten!
Bert Lingnau, aufgewachsen auf dem Darß, bringt eine beeindruckende Vita mit. Als Historiker, Germanist und Journalist hat er über 200 Geschichten verfasst, die auf authentischen Kriminalfällen basieren. Wer hätte gedacht, dass Kriminalgeschichte so packend sein kann? In seinen fünf Büchern schildert er die spektakulärsten Fälle, die es in der Region gab. Besonders spannend waren die Kriminalfälle, die er aus Pasewalk und der Ueckermünde Heide präsentierte. Lingnau hat sich in alten Archiven umgeschaut, Zeitungsberichte gewälzt und Polizeiakten durchforstet – ein echter Kriminalist, könnte man sagen!
Eine Reise in die Vergangenheit
Die Faszination für Kriminalfälle hat Lingnau schon in seiner Kindheit gepackt, als er Märchen las, die oft mit dunklen Geheimnissen und mysteriösen Wendungen gespickt waren. In seinen Erzählungen thematisiert er nicht nur die Kriminalfälle selbst, sondern auch die Rechtsprechung vergangener Jahrhunderte in Mecklenburg und Pommern. Besonders eindrücklich sind die Kapitel über die Todesstrafe während des Zweiten Weltkriegs und in der DDR – Themen, die uns auch heute noch berühren und zum Nachdenken anregen.
Für all jene, die Bert Lingnau und seine Werke näher kennenlernen möchten, gibt es eine breite Auswahl an Büchern. Jedes seiner Werke ist im Buchhandel sowie online erhältlich, und wer eine persönliche Widmung möchte, kann sie direkt beim Autor anfordern. Zu seinen neuesten Veröffentlichungen zählen:
- Steile Hechte (2023, Verlag: KLATSCHMOHN) – 61 wahre Kriminalfälle von 1391 bis 1954, inklusive Fotos der Tatorte. Preis: 15 Euro.
- Singende Barsche (2. Auflage 2023, Verlag: KLATSCHMOHN) – Lustige und bewegende Kriminalfälle aus Mecklenburg und Vorpommern. Preis: 11,80 Euro.
- Rübe ab! (3. Auflage 2023, Verlag: KLATSCHMOHN) – Ein krimineller Reiseführer durch die Region. Preis: 9,80 Euro.
- „Da muss man Leute totmachen“ (2010, Verlag: Mitteldeutscher Verlag) – Historische Kriminalfälle, nur noch gebraucht erhältlich.
- Die Tochter des Henkers (2011, Verlag: Mitteldeutscher Verlag) – Spektakuläre Kriminalfälle, ebenfalls nur noch gebraucht erhältlich.
Ein Blick über den Tellerrand
Die Themen, die Lingnau behandelt, sind nicht nur regional von Bedeutung. Sie fügen sich ein in die breitere Diskussion über die Kriminalitätsgeschichte, die seit den 1990er-Jahren neue Wege beschreitet. Eine Tagung in Bern zu diesem Thema beleuchtet die Entwicklung der deutschsprachigen Kriminalitätsgeschichte und zeigt, wie wichtig mikrohistorische und hermeneutische Ansätze sind. Die Forschung hat sich von einem Fokus auf die Vormoderne hin zu einer Analyse der Zeit nach 1800 gewandelt, was spannende Perspektiven eröffnet. Es ist spannend zu sehen, wie die neue Generation von Historikern versucht, den Rückstand zur internationalen Forschung aufzuholen.
Das lässt sich auch auf die Werke von Bert Lingnau anwenden. Seine Geschichten sind nicht nur unterhaltsam, sie bieten auch einen tiefen Einblick in die gesellschaftlichen Verhältnisse und die Entwicklung des Strafrechts in unserer Region. Wer weiß, vielleicht wird der nächste Kriminalfall, den wir lesen, auch in der spannenden Umgebung von Pasewalk spielen?
Für alle, die Lingnaus Erzählungen und die Geheimnisse der Vergangenheit hautnah erleben möchten, gibt es bereits einen Ausblick auf die nächste Veranstaltung: Am 27. September um 17 Uhr wird Schauspieler Jörg Schüttauf mit einem Ringelnatz-Programm im Buchhaus Lange auftreten. Karten dafür sind ab Ende Mai erhältlich. Ein Grund mehr, sich die kommenden Termine im Kalender dick anzustreichen!