Am Dienstag, den 28. April, um 12 Uhr mittags, versammeln sich Menschen im Landkreis Vorpommern-Greifswald zu einer Gedenkminute für alle Unfallopfer und Erkrankten im Job. Dieser Moment wird von der Industriegewerkschaft (IG) BAU Ostmecklenburg-Vorpommern initiiert und fällt auf den Internationalen Gedenktag für mehr Arbeitsschutz, auch bekannt als „Workers‘ Memorial Day“. Wolfgang Ehlert, der Vorsitzende der IG BAU Ostmecklenburg-Vorpommern, hebt die immense Bedeutung von Arbeitssicherheit hervor und betont: „Arbeitssicherheit ist kein lästiges Übel, sondern ein absolutes Muss.“

In diesem Jahr fordert die IG BAU alle Beschäftigten dazu auf, einen „Wo lauern Gefahren?“-Check in ihren Betrieben durchzuführen. Die Thematisierung aller Risiken am Arbeitsplatz steht im Fokus, wobei sowohl physische als auch psychische Gefahren berücksichtigt werden. Diese Risiken reichen von Stürzen und Ausrutschen bis hin zu psychischem Druck durch Stress und hohes Arbeitstempo. Das Motto des „Workers‘ Memorial Day“ dieses Jahres lautet: „Sag ‚Stopp!‘, wenn es gefährlich ist.“ Hier wird deutlich, dass jeder Einzelne dazu aufgerufen wird, Verantwortung zu übernehmen und auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache

Die Gedenkminute ist nicht nur ein Akt des Erinnerns, sondern auch ein Aufruf zur Sensibilisierung. Im Jahr 2023 wurden im Bereich der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) 55.915 meldepflichtige Arbeitsunfälle registriert, darunter 85 mit Todesfolgen. Die Bauwirtschaft verzeichnete im Jahr 2024 sogar 91.813 meldepflichtige Arbeitsunfälle, von denen 78 tödlich verliefen. Die Dunkelziffer der Arbeitsunfälle wird als deutlich höher eingeschätzt, was die Dringlichkeit der Thematik unterstreicht.

Besonders alarmierend ist, dass in Kleinst- und Kleinbetrieben das Risiko eines schweren Arbeitsunfalls etwa zweieinhalb bis dreimal so hoch ist wie in großen Betrieben. Rund 96% der Betriebe in Deutschland beschäftigen bis zu 50 Mitarbeiter, in denen mehr als 40% der Beschäftigten arbeiten. Die Bundesregierung plant jedoch, die Anzahl der Sicherheitsbeauftragten in kleinen und mittleren Betrieben zu reduzieren, was als Rückschritt im Arbeits- und Gesundheitsschutz angesehen wird.

Eigenverantwortung und Sensibilisierung

Die IG BAU betont die Eigenverantwortung im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Beschäftigte sollten nicht nur Probleme ansprechen, sondern auch Betriebsräte einbeziehen, um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten. Stress, Arbeitsverdichtung und die Angst vor Jobverlust tragen zudem erheblich zum Unfallrisiko bei. Diese Themen werden auch in den jährlichen Berichten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) behandelt, die einen umfassenden Überblick über den Stand und die Entwicklungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz in Deutschland bieten.

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Die Berichte analysieren verschiedene Themenfelder, die von Arbeitsunfällen über Berufskrankheiten bis hin zu Arbeitsbedingungen und Arbeitszeit reichen. Sie sind ein wichtiges Instrument, um die Sicherheit am Arbeitsplatz kontinuierlich zu verbessern und die Gefahren zu minimieren.

In Erinnerung an die verstorbenen Kolleginnen und Kollegen am „Workers‘ Memorial Day“ wird die Wichtigkeit der Arbeitssicherheit in den Fokus gerückt. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass solche Gedenkminuten nicht nur zur Erinnerung dienen, sondern auch als Anstoß, um aktiv für eine sichere Arbeitsumgebung zu kämpfen.