Heute ist der 1.05.2026 und Hamburg steht im Zeichen des Maifeiertags. Auch in diesem Jahr versammelten sich wieder zahlreiche Menschen, um ihren Forderungen Gehör zu verschaffen. Unter dem Motto „Das Geld ist da! Ran an die Superreichen!“ nahm das antikapitalistische Umverteilungsbündnis „Wer hat, der gibt“ Fahrt auf. Geschätzt 6.000 Teilnehmer folgten dem Demozug, der von der Innenstadt über Rotherbaum nach Eppendorf führte. Die Polizei begleitete die Demonstration mit starken Kräften, um einen reibungslosen Verlauf zu gewährleisten.
Die Organisatoren der Veranstaltung kritisierten die schwarz-rote Bundesregierung scharf und warfen ihr eine Politik vor, die nur den Reichen zugutekommt. Jan van Aken, Co-Vorsitzender der Linken, nahm kein Blatt vor den Mund und erklärte, dass es keine Milliardäre geben dürfe. Die Stimmung war kämpferisch und solidarisch, während die Teilnehmer lautstark ihre Forderungen nach einer gerechteren Verteilung des Wohlstands lautstark kundtaten.
Weitere Demonstrationen in Hamburg
Die Veranstaltung von „Wer hat, der gibt“ war jedoch nur eine von insgesamt drei geplanten antikapitalistischen und linksextremen Kundgebungen in Hamburg. Am Nachmittag stand die „Revolutionäre 1. Mai-Demo“ auf dem Programm, die vom als gewaltorientiert eingestuften Roten Aufbau organisiert wurde. Auch hier wurden mehrere Tausend Menschen erwartet. Ihr Motto lautete: „Krieg und Krise haben System! Als Klasse vereint: Sozialismus erkämpfen!“ Diese Demonstration sollte mit einem Konzert in Altona enden.
Des Weiteren plante das anarchistische Bündnis „Schwarz-Roter 1. Mai“ eine Demonstration, die von St. Pauli nach Ottensen ziehen sollte. Ihr Motto lautete: „Anarchismus wagen – Dystopien bekämpfen“. Die Polizei hatte im Vorfeld mit weniger Einsatzkräften als im Vorjahr gerechnet, als knapp 1.800 Beamte im Einsatz waren, war jedoch zuversichtlich, dass die Mehrheit der Demonstrationen friedlich verlaufen würde. Vereinzelt wurde Pyrotechnik gezündet, der Verlauf insgesamt jedoch als weitgehend friedlich beschrieben.
Ein Blick auf die Vorjahre
Im Jahr 2023 nahmen mehr als 10.000 Menschen an den Maidemonstrationen in Hamburg teil. Auch damals kritisierten die Organisatoren die Politik der schwarz-roten Bundesregierung, wobei Jan van Aken eine stärkere Besteuerung großer Vermögen forderte. Die Demonstrationen waren geprägt von einer breiten Beteiligung und einem klaren Aufruf zur sozialen Gerechtigkeit.
Während die Stadt heute erneut von den Stimmen der Demonstranten erfüllt ist, bleibt abzuwarten, welche politischen Konsequenzen die Kundgebungen nach sich ziehen werden. Der 1. Mai ist nicht nur ein Tag der Arbeit, sondern auch ein Tag des Widerstands und der Solidarität, der die Menschen in Hamburg und darüber hinaus zusammenbringt.