Heute ist der 1.05.2026 und in Altona wird wie alljährlich der Tag der Arbeit gefeiert. Der 1. Mai hat nicht nur eine lange Tradition, sondern ist auch der einzige säkulare Feiertag, der in vielen Ländern weltweit gewürdigt wird. Seit 1890 wird dieser Tag begangen, und besonders während der Weimarer Republik war er politisch umkämpft. Historiker wie Knud Andresen, der seit Jahrzehnten am 1. Mai auf die Straße geht, haben sich intensiv mit der Geschichte dieses besonderen Tages auseinandergesetzt.

Andresens Forschung befasst sich mit den sozialen Veränderungen in der Arbeiter*innenschaft nach 1945. Eine der ersten freien Demonstrationen fand 1946 in Hamburg statt, bei der Hunderttausende für die Verurteilung des Nationalsozialismus auf die Straße gingen. In den 1950er Jahren war die Wiedervereinigung ein zentrales Thema, und die Stadt erlebte große Demonstrationen. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in den 1960ern nahm die Teilnehmerzahl jedoch ab, was auch mit einer rückläufigen Kampfbereitschaft der Menschen zu tun hatte. Ein markanter Moment war 1969, als Studierende und junge Gewerkschafter mit etwa 3.000 Teilnehmern die zentrale DGB-Kundgebung störten.

Der Wandel des 1. Mai

In den frühen 1970er Jahren begannen die Menschen, Volksfeste und kulturelle Veranstaltungen anstelle von traditionellen Demos zu organisieren. Ein weiterer spannender Punkt in der Geschichte des 1. Mai war das Jahr 1984, als es in Hamburg zu Auseinandersetzungen zwischen linksradikalen Gruppen und der Polizei kam. Ab 1985 wurde versucht, die Konflikte durch vorherige Absprachen zu entschärfen. Politische Demos fanden fortan abends statt, was den Charakter des Tages veränderte. Seit Ende der 1990er Jahre sprechen keine Politiker mehr am 1. Mai in Hamburg, um der Nähe des DGB zur SPD entgegenzuwirken.

Der 1. Mai, der auch als Tag der Arbeit bekannt ist, hat seine Wurzeln in den USA, wo 1886 Arbeiter für einen Achtstundentag demonstrierten. In Deutschland wurde der Tag 1890 als Tag der Arbeiterbewegung etabliert und nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 offiziell als Feiertag bestätigt. Die Hauptthemen der heutigen Demonstrationen sind die Forderungen der Arbeitnehmer nach höheren Löhnen, bindenden Tarifverträgen und der Erhalt des Achtstundentages. Auch die sozialen Standards sind ein wichtiges Anliegen, insbesondere in Zeiten von Klimawandel, Digitalisierung und den Herausforderungen des globalen Marktes.

Aktuelle Herausforderungen der Arbeitnehmer

Die letzten Jahre waren nicht einfach für die Beschäftigten in Deutschland. Die Reallöhne fielen 2020 und 2021, und auch 2022 waren sie um 4 Prozent aufgrund der hohen Inflation rückläufig. Erst 2024 stiegen die Reallöhne um 3,1 Prozent und 2025 um 1,9 Prozent. Die DGB-Gewerkschaften verzeichneten einen Rückgang der Mitgliederzahlen, und die Teilnahme an den Maikundgebungen hat abgenommen – so fanden 2025 nur 11.000 Menschen den Weg zur Veranstaltung in Berlin. Der Organisationsgrad der DGB-Gewerkschaften sank von 20,4 Prozent im Jahr 2010 auf 16,5 Prozent im Jahr 2024.

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Die Herausforderungen sind groß, insbesondere in einer Zeit, in der die exportorientierte deutsche Wirtschaft unter Zöllen und Lieferkettenproblemen leidet. Der DGB fordert mehr Verantwortung von Arbeitgebern und staatliche Eingriffe zur Sicherung von Arbeitsplätzen und sozialen Standards. Das Motto für den Tag der Arbeit 2026 lautet: „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ – ein klares Signal an die Politik und die Arbeitgeber, die Bedürfnisse der Arbeitnehmer nicht aus den Augen zu verlieren.