Das Ostseebad Timmendorfer Strand gilt als einer der beliebtesten Urlaubsorte in Schleswig-Holstein – und das aus gutem Grund! Die Kombination aus weitläufigem Sandstrand, einer entspannten Atmosphäre und der kurzen Anreise zieht viele Urlauber an, insbesondere über Himmelfahrt und Pfingsten. Aber Achtung: Wer denkt, hier kann man mal eben günstig entspannen, der wird schnell eines Besseren belehrt.
Aktuell kosten Hotelzimmer in Strandnähe oft über 150 Euro pro Nacht, und in den besten Lagen kann es sogar bis zu 190 Euro kosten. Katharina (34) aus Hamburg hat für ihre Übernachtung 190 Euro auf den Tisch gelegt. Sie berichtet, dass die Gesamtkosten durch Essen und Parkgebühren schnell in die Höhe schießen. Die Familie Brunger aus Bremen zahlt mittlerweile etwa 180 Euro pro Nacht – vor ein paar Jahren waren es noch rund 120 Euro. Ein gewaltiger Sprung, der nicht nur das Portemonnaie belastet, sondern auch die Urlaubsfreude etwas trüben kann.
Preisanstieg und seine Auswirkungen
Die Preise sind jedoch nicht nur bei den Hotels gestiegen. Auch die kleinen Leckereien, die man sich am Strand gönnt – wie ein frisches Fischbrötchen für 4 bis 8 Euro oder ein Eis ab 2,50 Euro – summieren sich schnell. Bernhard (65) und Gitta (64) aus Hannover überlegen genau, wie oft sie essen gehen möchten, denn auch hier schlagen die Preise zu Buche. Es klingt fast so, als ob der Genuss von Urlaub mit einer gewissen Rechnerei einhergeht.
Die Urlauber sind sich einig: Timmendorfer Strand ist ein Stück Tradition und mehr als nur ein Urlaubsort. Aber die hohe Nachfrage führt zu spürbaren Preissteigerungen, die nicht zu übersehen sind. Das gilt nicht nur für Timmendorfer Strand, sondern auch für viele andere Orte an der Nord- und Ostsee, wo die Kosten für einen erholsamen Tag am Strand tendenziell steigen. Umfragen zeigen, dass die Kurabgaben und Strandkorbgebühren in vielen Gemeinden ansteigen. In St. Peter-Ording etwa müssen Tagesgäste 3-4 Euro für die Kurabgabe zahlen.
Fehlende Einnahmen und steigende Kosten
Es ist nicht nur der Preis für das Hotel, der die Urlaubskasse belastet. Die steigenden Mietpreise für Strandkörbe sind ein weiteres Beispiel. In St. Peter-Ording liegt der Tagespreis zwischen 10 und 12 Euro, während in Eckernförde die Kosten von 12 auf 13 Euro erhöht wurden. Ein Tag am Strand kann für eine Familie (2 Erwachsene, 2 Kinder) über 20 Euro kosten – und das ist ohne die Parkgebühren oder die Gastronomie gerechnet! Die Parkgebühren haben ebenfalls angezogen.
Um das Ganze noch komplizierter zu machen, decken die Einnahmen aus Kurabgaben und Strandnutzungsgebühren oft nicht die Ausgaben der Gemeinden. In Großenbrode beispielsweise steigt die Kurabgabe von 3 auf 3,50 Euro, bleibt dabei aber im finanziellen Minus. Es ist also eine Art Teufelskreis, der die Urlauber und die Gemeinden gleichermaßen betrifft.
Die Rekordbuchungen im Schleswig-Holstein-Tourismus des letzten Jahres zeigen, dass die Beliebtheit der Region ungebrochen ist. Aber die Frage bleibt: Wie lange können die Urlauber bereit sein, die steigenden Kosten zu akzeptieren? Ein Stückchen Tradition am Timmendorfer Strand, ja, aber auch ein ordentliches Stückchen Geld.