Heute, am 21. Mai 2026, feiern wir den Welttrinkgeldtag – ein Anlass, der in Schleswig-Holstein besonders lebendig ist. Trotz der anhaltenden Wirtschaftsflaute zeigen sich die Schleswig-Holsteiner beim Trinkgeld erstaunlich großzügig. Berichte des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga sowie des Landesinnungsverbandes der Friseure und Kosmetiker in unserem schönen Bundesland belegen, dass die Trinkgeldzahlungen stabil geblieben sind, selbst wenn die Lebenshaltungskosten steigen.
Die meisten Trinkgelder werden nach wie vor bar überreicht, obwohl die Möglichkeit, per EC-Karte zu zahlen, ebenfalls besteht. Interessanterweise verzichten viele Gastronomen bewusst auf digitale Trinkgeldoptionen, um ihren Gästen die Freiheit zu lassen, selbst zu entscheiden, wie viel sie geben möchten. Lutz Frank, Präsident von Dehoga, hebt hervor, dass die Gäste bei À-la-carte-Essen und Feiern oft großzügig sind. Das ist doch mal eine schöne Nachricht in einer Zeit, in der viele Betriebe darüber nachdenken, ihre Preise zu erhöhen – etwa 20% der Gastronomiebetriebe in Schleswig-Holstein ziehen das in Betracht.
Trinkgeld im Friseur- und Kosmetikbereich
Ein Blick auf den Friseur- und Kosmetikbereich zeigt ein ähnliches Bild: Hier wird Trinkgeld ebenfalls meist bar gegeben, und die Kunden sind bereit, auch bei kleineren und größeren Rechnungen ein wenig extra zu geben. Das zeigt eine gewisse Wertschätzung für die Arbeit der Dienstleister, die oft nicht immer einfach ist. Im Taxigewerbe hingegen sieht die Situation schon anders aus. Die Menschen achten hier mehr auf ihr Geld, was zum Teil an der schwindenden Zahl an Fahrten liegt – vor allem durch die Schließungen von Clubs und Diskotheken. Das setzt die Taxi-Betriebe zusätzlich unter Druck, denn fast 20% von ihnen haben mittlerweile aufgegeben oder sind ins Mietwagen-Geschäft gewechselt.
Eine Dehoga-Umfrage bringt zudem ans Licht, dass jeder zweite Gastronom unzufrieden ist, weil die Gäste weniger bestellen. Das steht in starkem Kontrast zu der steigenden Nutzung von EC-Karten und Smartphones, die dazu führt, dass Trinkgeld oft vergessen wird. Eine Unsicherheit schwebt über der Trinkgeldvergabe: Was erwartet man eigentlich von den verschiedenen Dienstleistern? Das ist oft nicht ganz klar und sorgt für Verwirrung.
Trinkgeldkultur im Wandel
Die Trinkgeldkultur scheint sich jedoch allmählich zu verändern. Eine Analyse von Orderbird zeigt, dass trotz der steigenden Inflation im Jahr 2023 mehr Menschen Trinkgeld geben als noch 2019. Das Durchschnittstrinkgeld hat sich von 3,10 Euro auf 6,12 Euro erhöht – das ist eine ordentliche Steigerung von 12,29 Prozent auf satte 17,69 Prozent des Rechnungsbetrags! Diese Zahlen stammen aus anonymisierten Daten von über 5.600 Restaurants in Deutschland, die die Kassensysteme von Orderbird nutzen. Es ist faszinierend zu sehen, wie die Gäste über die Jahre mehr Trinkgeld geben, was eine klare Wertschätzung für die Gastronomie signalisiert.
Gleichzeitig sind die Preisentwicklungen nicht zu übersehen. Der durchschnittliche Preis pro Produkt und Rechnungsbetrag in Restaurants ist gestiegen. 2023 bestellen Gäste im Schnitt 5,5 Produkte pro Rechnung, im Vergleich zu 5,3 Produkten im Jahr 2019. Der Preis pro Produkt hat sich ebenfalls erhöht – von 4,84 Euro auf 6,22 Euro. Es ist also ein Trend zu beobachten: Die Menschen geben immer mehr aus, auch wenn die Unsicherheiten auf dem Markt weiter bestehen.
So zeigt sich, dass die Trinkgeldvergabe in Schleswig-Holstein und darüber hinaus in einem ständigen Wandel ist. Trotz der Herausforderungen, die die Branche derzeit zu bewältigen hat, bleibt die Großzügigkeit der Gäste ein Lichtblick. Ein bisschen mehr Wertschätzung kann nie schaden – und vielleicht ist das der wahre Grund, warum wir heute den Welttrinkgeldtag feiern!