In Schleswig-Holstein tut sich gerade einiges. Die öffentliche Verwaltung krempelt ihre IT-Landschaft um und setzt dabei auf Open Source. Über 80% der Arbeitsplätze nutzen bereits quelloffene Software, und das ist erst der Anfang. Ab 2026 sollen jährlich über 15 Millionen Euro an Lizenzkosten eingespart werden. Das klingt nach einem soliden Plan! Für die Umstellung wird zwar eine einmalige Investition von rund 9 Millionen Euro benötigt, aber die Amortisationszeit liegt unter einem Jahr. Und das Beste? Etwa 9 Millionen Euro der eingesparten Mittel fließen zurück in das Open-Source-Ökosystem, um lokale digitale Innovationszentren zu fördern. Ein echter Gewinn für die Region!

Am 1. August 2024 wird das Open Document Format (ODF) zum offiziellen Format der Landesverwaltung, was den Umstieg auf moderne Dokumentenverarbeitung erleichtert. Das E-Mail-System wird ab dem 2. Oktober 2025 vollständig auf Open-Source-Basis umgestellt, das betrifft stolze 44.000 Postfächer und mehr als 100 Millionen E-Mails. Und das ist noch nicht alles: Rund 80% der 30.000 Arbeitsplätze haben bereits auf LibreOffice umgestellt. Die Migration der Bürosoftware erfolgt Schritt für Schritt, bis Ende 2025 läuft der parallele Betrieb beider Systeme. Das Ziel ist klar: bis 2029 sollen nur noch minimale Altlizenzen für die Kompatibilität mit den Bundessteuerdiensten benötigt werden.

Ein strategischer Schritt zur digitalen Unabhängigkeit

Schleswig-Holstein verfolgt mit seiner „Open Innovation und Open Source Strategie“ einen nachhaltigen Ansatz. Digitalisierungsminister Dirk Schrödter hebt hervor, wie wichtig verlässliche IT-Komponenten für die öffentliche Verwaltung sind. Die aktuelle Abhängigkeit von großen Software-Anbietern wird kritisch betrachtet. Um die digitale Unabhängigkeit und Souveränität des Landes zu gewährleisten, setzt man auf offene Standards und Open Source Systeme. Schließlich sind die hohen Lizenzkosten für Hersteller-Cloudsysteme ein nicht zu unterschätzender Grund für den Umstieg auf alternative IT-Systeme.

Die Strategie betont die Relevanz für Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Im Frühjahr gab es bereits einen Kabinettsbeschluss zur Einführung von Open Source Software als Standard IT-Arbeitsplatz. Neben LibreOffice kommen auch Betriebssysteme wie Linux, Nextcloud und Open Xchange zum Einsatz. Je mehr die Mitarbeitenden geschult werden, desto einfacher wird der Umstieg. Das Open Source Program Office (OSPO) soll dabei helfen, den Übergang zu koordinieren und zwischen zentralem IT-Management und Open-Source-Stakeholdern zu vermitteln.

Ein Blick in die Zukunft

Der Fokus auf maßgeschneiderte Anwendungen, besonders für Polizei und Justiz, zeigt, dass hier wirklich an den Bedürfnissen der Nutzer gearbeitet wird. Schleswig-Holstein ist das erste Bundesland, das einen so umfassenden und nachhaltigen Weg in der IT-Infrastruktur einschlägt. Die Umstellung auf offene Standards ist nicht nur ein technischer Schritt, sondern auch ein gesellschaftliches Anliegen. Es geht darum, die digitale Souveränität zu stärken und Abhängigkeiten abzubauen. Das Ziel ist eine IT-Landschaft, die flexibel und offen für Innovationen ist.

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Und nicht zu vergessen: Die Beteiligung an der Deutschen Verwaltungscloud und das Bestreben, dem Zentrum Digitale Souveränität (ZenDiS) beizutreten, sind weitere Meilensteine auf diesem Weg. Die digitale Souveränität wird als Treiber für die Digitalisierung in der Verwaltung gesehen. Wenn Schleswig-Holstein hier erfolgreich ist, könnte das als Vorbild für andere Bundesländer und europäische Verwaltungen dienen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese ehrgeizigen Pläne entwickeln und welche Früchte sie tragen werden.