Am 27. April 2026 fand in Rendsburg eine bedeutende Vertreterinnenversammlung des LandFrauenVerbands Schleswig-Holstein statt. Ministerpräsident Daniel Günther betonte in seiner Rede die gesellschaftliche Wichtigkeit der Landfrauen und würdigte ihren unauffälligen, aber enorm wirkungsvollen Einsatz in der Gemeinschaft. Der LandFrauenVerband, mit über 26.000 Mitgliedern die größte Frauenorganisation im Bundesland, hat seine Wurzeln in der Landwirtschaft, ist heute jedoch ein offenes Netzwerk für Frauen aus allen Berufsgruppen im ländlichen Raum.

Günther unterstrich die Rolle der landesweiten Vereine als Orte, an denen Demokratie aktiv gelebt wird. Insbesondere hob er die Bedeutung der Landfrauen für die Stabilisierung der Demokratie und den Einsatz gegen Ausgrenzung und extremistische Ideologien hervor. Diese engagierten Frauen tragen maßgeblich zur Verbesserung der Lebensverhältnisse bei, indem sie sich aktiv für Themen wie Gesundheitsversorgung und Infrastruktur auf Landesebene einsetzen.

Bildungsnetzwerk und gesellschaftlicher Einfluss

Der LandFrauenVerband Schleswig-Holstein ist nicht nur ein wichtiger Akteur im sozialen Bereich, sondern auch das größte Bildungsnetzwerk für Frauen im ländlichen Raum. Jährlich finden über 5.000 Veranstaltungen zu Themen wie Beruf, Altersvorsorge und Ehrenamt statt, die den Mitgliedern wertvolle Perspektiven und Unterstützung bieten. Mit der Ausrufung des Jahres 2026 als internationales Jahr der Frauen in der Landwirtschaft durch die Vereinten Nationen wird die Rolle der Frauen in diesem Bereich zusätzlich ins Rampenlicht gerückt.

Die Gründung des LandFrauenVerbands geht auf den 2. Oktober 1947 zurück, damals mit nur 1.100 Frauen in Rendsburg. Heute sind bundesweit etwa 450.000 Landfrauen organisiert, weltweit sind es sogar rund acht Millionen. Diese beeindruckende Zahl zeigt, wie wichtig die Arbeit der Landfrauenverbände ist, die sich seit Jahrzehnten für die Interessen von Frauen in ländlichen Räumen stark machen.

Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe

Die Landfrauenverbände setzen sich für Chancengleichheit, Bildung und soziale Teilhabe ein und tragen aktiv zur Gestaltung ländlicher Räume bei. Eine Studie, die von 2019 bis 2022 vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat gefördert wurde, beleuchtet die Lebens- und Arbeitssituation von Frauen in der Landwirtschaft. Diese Studie, initiiert vom Deutschen LandFrauenverband e.V., zeigt, dass Geschlechtergerechtigkeit nach wie vor eine Herausforderung darstellt. So sind Frauen in Führungspositionen stark unterrepräsentiert, und der Frauenanteil bei Hofnachfolgen liegt lediglich bei rund 18 Prozent.

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In Deutschland rangiert die Geschlechtergerechtigkeit in der Landwirtschaft im europäischen Vergleich im unteren Bereich. Veraltete Geschlechterbilder und traditionelle Vererbungspraxen stellen dabei erhebliche Hindernisse dar. Dennoch leisten Frauen in landwirtschaftlichen Betrieben unverzichtbare Arbeit und bringen vielfältige Talente und Perspektiven mit ein. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft arbeitet an Maßnahmen, um Frauen in der Landwirtschaft zu fördern und zu unterstützen.

Die Landfrauenverbände sind nicht nur ein wichtiger Teil der Landwirtschaft, sondern auch ein bedeutender Akteur im Ehrenamt. Im Rahmen eines Forschungsprojekts wurden 4.000 Frauen in ländlichen Regionen befragt, um deren Bedürfnisse und Herausforderungen zu verstehen. Die Ergebnisse dieser Studie liefern wertvolle Erkenntnisse, die sowohl für die Verbände als auch für politische Entscheidungsträger von großer Bedeutung sind.

In dieser dynamischen und sich ständig weiterentwickelnden Landschaft bleibt das Engagement der Landfrauen von zentraler Bedeutung. Ihre Stimme trägt nicht nur zur Stärkung der Gemeinschaft bei, sondern auch zur Sicherstellung einer gerechteren und inklusiveren Zukunft für alle Frauen in ländlichen Regionen.