Eine spannende Neuheit für die Hansestadt Lübeck: Die Stadt erweitert ihr digitales Angebot um ein beeindruckendes dreidimensionales Stadtmodell. Dieses Modell macht es möglich, Gebäude, Straßen und Plätze virtuell zu erleben. So können Einwohner, Gäste und Interessierte die Stadt auf eine moderne, digitale Art erkunden. CDO Stefan Ivens hebt hervor, dass dieses Projekt eine Grundlage für gesellschaftlichen und kulturellen Diskurs darstellt.
Das 3D-Stadtmodell bietet den Nutzern die Freiheit, flexible Perspektivwechsel vorzunehmen und sich virtuell durch Lübeck zu bewegen. Die Entwicklung wird durch Fördermittel des Bundes sowie kommunale Mittel und die Possehl-Stiftung unterstützt. Bürgermeister Jan Lindenau betont die qualitativ hochwertige und effiziente Umsetzung des Projekts, das Teil des Digitalen Kulturwerks ist und kulturelle Inhalte digital bereitstellt.
Integration von CityGML-Standard
Ein weiterer spannender Aspekt ist die zukünftige Entwicklung des Stadtmodells. Die Luftbilder werden zu einem semantischen 3D-Stadtmodell gemäß dem CityGML-Standard weiterentwickelt. CityGML ist ein bewährter Standard für die Darstellung, Speicherung und den Austausch virtueller 3D-Stadtmodelle. Dabei unterstützt er die Integration urbaner Geodaten für verschiedene Anwendungen in Smart Cities und Urban Digital Twins.
Das Konzeptmodell von CityGML 3.0 beschreibt ein gemeinsames semantisches Informationsmodell für 3D-urbane Objekte und ermöglicht flexible Implementierungen in verschiedenen Technologien. Dies ist besonders relevant für Anwendungen wie Stadt- und Landschaftsplanung, Katastrophenmanagement, Tourismus und sogar autonomes Fahren. Die Stadt Lübeck nutzt diese fortschrittliche Technologie, um ihre digitalen Zwillinge effektiv zu gestalten und die städtische Entwicklung voranzutreiben.
Digitale Zwillinge als Zukunftsvision
Digitale Zwillinge, wie das 3D-Stadtmodell von Lübeck, werden zunehmend als unterstützendes Instrument in der Stadtentwicklung und Stadtplanung gesehen. Sie repräsentieren nicht nur die Stadt und ihre Infrastrukturen, sondern bieten auch wertvolle Funktionen wie Simulationen, Prognosen und Echtzeit-Monitoring. In Deutschland setzen bereits etwa 50% der Kommunen digitale Zwillinge um, wobei ein großer Teil davon in der Stadtentwicklung und -planung eingesetzt wird.
Ein Beispiel für den erfolgreichen Einsatz digitaler Zwillinge findet sich in Kirchheim bei München, wo diese zur Unterstützung bei Bauleitplanung und Baugenehmigungen integriert werden. Auch in Lübeck wird dieser innovative Ansatz verfolgt, um eine präzise Datenbasis zu schaffen, die für die Umsetzung und Weiterentwicklung städtischer Projekte entscheidend ist.
Das 3D-Modell von Lübeck ist online abrufbar unter www.luebeck.de/digitaleskulturwerk. Dort finden Interessierte auch Antworten auf häufige Fragen zum Modell. Die Stadt Lübeck zeigt mit diesem Projekt nicht nur Weitsicht, sondern setzt auch ein Zeichen für die digitale Zukunft und die kulturelle Vermittlung. Lübeck wird damit zu einem Vorreiter in der Nutzung digitaler Technologien zur Stadtentwicklung.