Heute ist der 13. Mai 2026 und Lübeck zeigt sich in einem charmanten, norddeutschen Kleid. Die Stadt hat viel Geschichte zu erzählen, besonders wenn es um die Lübecker Märtyrer geht. Am 10. November 1943 wurden im Hamburger Gefängnis am Holstenglacis vier mutige Geistliche hingerichtet: Eduard Müller, Johannes Prassek, Hermann Lange und Karl Friedrich Stellbrink. Diese Männer setzten sich in schwierigen Zeiten für das ein, was richtig war, und sprachen sich gegen die Verbrechen des Nazi-Regimes aus. Ihr mutiger Widerstand bleibt bis heute in der Erinnerung lebendig.

Am 16. Mai 2026 wird ein besonderer Stadtrundgang „Auf den Spuren der Lübecker Märtyrer“ stattfinden. Ein Erlebnis für alle, die sich für Geschichte und den Menschen Mut interessieren. Um 14:00 Uhr geht’s los, und Jochen Proske, der Leiter der Gedenkstätte Lübecker Märtyrer, wird die Teilnehmenden durch zwei Stunden voller bewegender Geschichten führen. Ein kleiner Tipp am Rande: Treffpunkt ist die Dachterrasse des Europäischen Hansemuseums, An der Untertrave 1. Und das Beste? Die Teilnahme ist kostenlos! Spenden sind jedoch herzlich willkommen, um die Gedenkstätte zu unterstützen. Weitere Infos findet ihr auf www.luebeckermaertyrer.de.

Einblick in die Gedenkstätte

Die Gedenkstätte selbst, die am 8. November 2014 eröffnet wurde, ist ein Ort des Gedenkens und des Lernens. Hier wird nicht nur das Schicksal der vier Märtyrer thematisiert, sondern auch der ökumenische Widerstand in der NS-Zeit. Wer sich für die Beziehung zwischen der Evangelischen Kirche und dem Nationalsozialismus interessiert, wird hier fündig. In den letzten Jahren haben sich die Besucherzahlen vor allem im Januar und Februar erhöht, besonders zum Holocaustgedenktag am 27. Januar. Konfirmandengruppen und Austauschstudenten aus den USA sind regelmäßig zu Gast und nutzen die Gelegenheit, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen.

Ein spannendes Projekt, das vor kurzem stattfand, war die Projektwoche „Mut und Verantwortung“ in Zusammenarbeit mit der Baltic Schule. Die Schüler:innen entwickelten ein neues Vermittlungskonzept im Fach Museumskunde und setzten sich intensiv mit dem Thema auseinander. Ein Workshop zum Umgang mit Rechtsextremismus, der über 60 Teilnehmer:innen anzog, bot zudem spannende Impulsvorträge und Rhetorikübungen. Das zeigt, wie wichtig es ist, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und Verantwortung zu übernehmen.

Der Gedenktag der Lübecker Märtyrer

Ein Höhepunkt des Gedenkens ist die jährliche Gedenkveranstaltung, die in Kooperation mit der Volkshochschule Lübeck stattfindet und stets gut besucht ist. Etwa 100 Menschen nehmen daran teil und zeigen, dass die Erinnerung an die Märtyrer lebendig bleibt und immer wieder neu aufgerufen wird. Das Engagement vor Ort ist bemerkenswert – nicht nur geschichtlich, sondern auch in der aktuellen Auseinandersetzung mit rechtsextremen Denkweisen und Strategien zur Gegenwehr.

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So wird deutlich, dass die Lübecker Märtyrer nicht nur historische Figuren sind, sondern inspirierende Beispiele für Zivilcourage und Widerstand. Ihr Vermächtnis wird im Gedächtnis der Stadt und ihrer Menschen weitergetragen, und der Rundgang am 16. Mai ist eine weitere Möglichkeit, sich mit ihrem Mut und ihrer Geschichte zu verbinden.