In Lübeck, der bezaubernden Hansestadt, tut sich etwas ganz Besonderes in der Welt der Oper. Die Musikhochschule wird zum Schauplatz eines aufregenden Projekts, bei dem Opernstar Simone Kermes mit zwölf Gesangsstudierenden probt. Ja, genau, die Simone Kermes! Sie gibt ihr Regiedebüt mit Händels legendärer Zauberoper „Alcina“. Was für ein aufregender Schritt für die talentierte Sängerin, die bereits eine beeindruckende Karriere hinter sich hat!

In den letzten drei Jahrzehnten hat Kermes nicht nur auf den großen Bühnen dieser Welt gesungen, sondern auch eine Sammlung von kostbaren Bühnenkleidern angehäuft. Und diese Schätze kommen nun zum Einsatz! Die Studierenden dürfen diese prachtvollen Kostüme tragen, die Kermes als eine Art Loslassen beschreibt. Es ist, als ob sie ihre positive Energie mit den jungen Talenten teilt. Charlotte Tenhagen, die die Rolle des Ruggiero spielt, schwärmt von Kermes‘ Regieführung und ihrer Fähigkeit, die Schauspielkunst auf eine neue Ebene zu heben.

Ein modernes Märchen

Die Inszenierung verspricht, alles andere als traditionell zu sein. Stellt euch vor: Zehn Matratzen werden als vielseitige Bühnenrequisiten genutzt! Und Lauren, die Alcina verkörpert, ist begeistert von den Kostümen, die die Inszenierung nicht nur bereichern, sondern ihr auch den Mut geben, in die Rolle einzutauchen. Besonders spannend: Die Aufführung wird ohne die üblichen Rezitative stattfinden. Stattdessen gibt es moderne deutsche Dialoge, die von Oliver Spiecker verfasst wurden. Der Name sagt euch nichts? Spiecker hat schon für Größen wie Udo Jürgens gearbeitet – da kann man auf etwas Großes hoffen!

Die Premiere findet am 30. Mai um 19 Uhr im Kultur- und Bildungszentrum in Bad Oldesloe statt. Wer das verpasst, kann sich auf weitere Aufführungen am 31. Mai sowie am 6. und 7. Juni in der Musikhochschule Lübeck freuen. Und ganz nebenbei: Händels letzte Oper feierte kürzlich im Deutschen Theater Göttingen Premiere und war ein echter Erfolg. Es scheint, als ob die Internationalen Händel-Festspiele, das älteste Barock-Festival weltweit, wieder einmal eine ganz besondere Note in die Opernlandschaft bringen werden.

Aller guten Dinge sind drei

Aber was macht „Alcina“ eigentlich so besonders? Georg Friedrich Händel selbst bezeichnete die Oper als Höhepunkt seiner Ariost-Opern-Trilogie. Sie wird für ihre musikalische und dramatische Qualität gefeiert. Die Handlung dreht sich um die Zwiespältigkeit von Liebe und Ruhm – ein klassisches Thema, das auch heute noch relevant ist. Im Jahr 1735, als die Oper entstand, war die Mischung aus Secco-Rezitativen und verschiedenen Arienformen innovativ und spiegelt die Konventionen der italienischen Oper wider.

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Alcina, die zentrale Figur, ist nicht nur eine Zauberin, sondern auch eine einsame und verzweifelte Frau, die in ihren eigenen Machenschaften gefangen ist. Händel hat für sie und ihren Geliebten Ruggiero jeweils sechs Arien und ein Terzett komponiert – eine wahre Herausforderung für die Sänger! Die Musik beleuchtet Alcinas emotionale Tiefe und ihre Rachegelüste, während Ruggieros Arien seine Unsicherheiten und Verzauberung widerspiegeln. “Verdi prati” – eine der bekanntesten Arien – vermittelt Ruggieros Trauer über Alcinas Machtverlust auf eindrucksvolle Weise.

Das Ganze mündet in einem Chor, der die von Alcina befreiten Menschen darstellt. Und so schließt sich der Kreis: Händels Werk ist nicht nur musikalisch ein Hochgenuss, sondern auch thematisch von zeitloser Relevanz. Wer in Lübeck ist, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, in diese magische Welt einzutauchen!