Heute ist der 28.05.2026 und in Lübeck gibt es spannende Neuigkeiten aus der Welt der Herzmedizin. Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) hat sich als Vorreiter in Deutschland etabliert – und das gleich mit einer revolutionären Methode, die für viele Patienten Hoffnung bedeutet: das PEARS-Verfahren, was für „Personalized External Aortic Root Support“ steht, also für eine personalisierte äußere Aortenwurzelunterstützung. Dieses minimalinvasive Verfahren ist eine echte Alternative zur klassischen Hauptschlagader-Operation, die mit so vielen Herausforderungen verbunden ist.
Bei der herkömmlichen Methode musste die Aorta aufgeschnitten, der betroffene Abschnitt ersetzt und oft auch die Herzklappe ausgewechselt werden. Das alles geschah normalerweise unter dem Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine. Das PEARS-Verfahren hingegen stabilisiert die Aortenwurzel von außen – und das mit einer maßgefertigten, elastischen Netzprothese, die auf CT-Daten basiert. Das klingt schon fast nach Science-Fiction, oder? Aber die eigene Aorta bleibt dabei ungeöffnet und die Herzklappe wird erhalten. Ein weiterer Pluspunkt: Eine Herz-Lungen-Maschine ist nicht erforderlich. Einfach genial!
Erfolgreiche Eingriffe und positive Rückmeldungen
Am UKSH wurde das PEARS-Verfahren bereits viermal erfolgreich eingesetzt, und die Ärzte berichten von komplikationsfreien Eingriffen. Ein echter Lichtblick für Patienten, die an Aorta-Erweiterungen leiden, insbesondere bei Bindegewebserkrankungen wie dem Marfan-Syndrom. Die Zielsetzung? Klar: Das Wachstum der Hauptschlagader verhindern und das Risiko eines Risses erheblich senken. Ein berührendes Beispiel ist eine Patientin, die im Februar 2025 erfolgreich behandelt wurde und das Verfahren sogar ihrem Bruder ans Herz legte. Er ließ sich im Oktober 2025 ebenfalls operieren – wenn das nicht nach familiärer Solidarität klingt!
Die PEARS-Prozedur wurde Anfang der 2000er Jahre in Großbritannien entwickelt und hat seitdem weltweit rund 1.000 Patienten geholfen. Auch wenn die Langzeitdaten noch begrenzt sind, plant das UKSH, alle behandelten Personen langfristig in einem Register zu erfassen. Das klingt nach einer soliden Grundlage für zukünftige Entwicklungen. Und was die Kostenübernahme betrifft, da wird derzeit individuell mit Krankenkassen verhandelt. Man strebt an, das Verfahren in die Regelversorgung zu überführen – das wäre ein echter Fortschritt!
Ein Blick über den Tellerrand
Doch nicht nur in Lübeck wird an innovativen Lösungen gearbeitet. Ein Team von Herzchirurgen am Universitätsklinikum Heidelberg hat ebenfalls eine neuartige Stütze für die Aorta implantiert. Diese Stütze besteht aus einem Kunststoffnetz und hat das Ziel, das Widen und Reißen der Aorta bei erblichen Bindegewebserkrankungen zu verhindern. Ähnlich wie das PEARS-Verfahren erfordert auch diese Methode keinen Ersatz der Aorta und keine Herz-Lungen-Maschine. Ein echter Fortschritt, der vielen Patienten neue Hoffnung gibt.
Die Aorta hat eine immense Aufgabe – sie pumpt fast fünf Liter Blut pro Minute durch unseren Körper, und das mit einem Druck, der dem einer Wassertiefe von anderthalb Metern entspricht. Bei Erkrankungen wie dem Marfan-Syndrom kann das Bindegewebe geschwächt sein, was zu einer gefährlichen Erweiterung der Aortenwurzel führt. Die neue Methode aus Heidelberg umhüllt die Aortenwurzel und den aufsteigenden Teil der Aorta mit einem stabilisierenden Netz und passt sich individuell an die Form der Aorta an. Technisch gesehen ist das ein echter Meisterstreich!
Die PEARS-Prozedur hat sich bereits bewährt, und das UKSH hat mit seinen 180 jährlichen Eingriffen an der Brustaorta einen hervorragenden Ruf in Deutschland. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich diese Verfahren in den nächsten Jahren weiterentwickeln und welche Fortschritte die Medizin in diesem Bereich machen wird.