Heute, am 18. Mai 2026, war der Hamburger Hafen der Schauplatz einer feierlichen Taufzeremonie, die sich ins Gedächtnis der Anwesenden brennen wird. Die neue Korvette „Lübeck“, das zehnte und letzte Schiff der Braunschweig-Klasse, wurde hier feierlich in Dienst gestellt. Mit einer Länge von 90 Metern und einem Gewicht von 1.840 Tonnen wird sie in den kommenden Jahren die Küstengewässer von Nord- und Ostsee patrouillieren und für Aufklärung sowie Seezielbekämpfung bereitstehen.
Die Tauffeier, geleitet von Huong Nguyen, der Partnerin des Lübecker Stadtpräsidenten, war nicht nur ein Festakt für die Marine, sondern auch ein Zeichen der Verbundenheit zwischen der Stadt Lübeck und den Streitkräften. Anwesend waren hochrangige Gäste wie Vizeadmiral Axel Deertz, Jürgen Giefer und Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau. Letzterer betonte, dass die Namensgebung der Korvette eine Ehre für Lübeck sei. Und auch der Vorstandsvorsitzende der Rheinmetall AG, Armin Papperger, sprach von einem bedeutenden Meilenstein, der mit dieser Taufe erreicht wurde.
Technische Raffinessen der „Lübeck“
Die „Lübeck“ ist mit modernster Technik ausgestattet. Ihre Hauptwaffe, die Lenkflugkörper RBS15, hat eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern. Fünf Schiffe dieser Klasse sind bereits im Dienst und haben sich hauptsächlich im Mittelmeer bewährt. Doch der Weg bis zur Taufe war steinig, geprägt von Verzögerungen durch technische Mängel und sogar Sabotageversuche, wie Vizeadmiral Deertz Bedenken äußerte.
Die Korvette wird in den kommenden zwei Jahren noch endausgerüstet und durchläuft zahlreiche Funktionsüberprüfungen. Dabei wird sie mit einem TRS-3D/16 Radar ausgestattet, das in der Lage ist, bis zu 300 See- und Luftziele gleichzeitig zu verfolgen. Das Radar, das von EADS gefertigt wurde, kann Helikopter klassifizieren – auch wenn es keine NCTI- oder IFF-Fähigkeiten besitzt. Aber das ist nicht alles. Die „Lübeck“ wird auch mit einem System zur elektronischen Kampfführung ausgestattet, das verschiedene moderne Technologien vereint.
Ein Blick in die Zukunft
Rheinmetall hat große Pläne. Der Konzern plant, bis 2030 seine Umsätze zu vergrößern und hat bereits 42 Milliarden Euro des Sondervermögens für die Bundeswehr erhalten. Sie wollen ein „Domänen-übergreifendes Systemhaus“ werden und haben sogar angekündigt, 500 neue Mitarbeiter einzustellen, hauptsächlich bei Blohm+Voss. Das ist eine aufregende Zeit für die deutsche Marine und die Industrie, die sich hinter ihr verbirgt.
Die Zeremonie endete mit dem Jubel der Soldaten und der Nationalhymne, während sich die Sektflasche in der Hand von Taufpatin Huong Nguyen mit einem lauten Knall am Schiff zerschlug. Ein schöner Moment, der die Hoffnung auf eine starke Marine symbolisiert. Es bleibt abzuwarten, wie sich die „Lübeck“ in den kommenden Jahren schlagen wird, doch für heute war es ein Fest der Verbundenheit und der neuen Herausforderungen, die vor uns liegen.