Am Sonntag war es soweit: Das Finale der European League in Hamburg stand auf dem Programm. Und die Spannung hätte kaum größer sein können. Der THW Kiel trat gegen die MT Melsungen an, aber die Freude über den Sieg blieb den Kielern verwehrt. Mit einem denkbar knappen 23:24 musste Kiel sich geschlagen geben. Ein bitterer Moment, der die gesamte Saison ohne Titelgewinn besiegelt. Für Melsungen hingegen war es ein Tag voller Jubel und der erste große Titelgewinn in der Vereinsgeschichte. Ein Grund zum Feiern!
In der ausverkauften Arena, wo 12.200 Zuschauer mitfieberten, führte Melsungen zur Halbzeit mit 13:12. Die Kieler konnten zwar in der zweiten Hälfte auftrumpfen, doch die letzten Minuten des Spiels waren ein echtes Nervenspiel. Eric Johansson, der letzte Wurf von Kiel, wurde von den Melsunger Verteidigern blockiert, und so entschied David Mandic mit seinem entscheidenden Tor 37 Sekunden vor Schluss das Spiel zugunsten von Melsungen. Für die Kieler war es ein herber Rückschlag, den THW-Profi Rune Dahmke nach dem Spiel mit großer Enttäuschung kommentierte.
Ein spannendes Finale
Der Verlauf des Spiels war an Dramatik kaum zu überbieten. Melsungen setzte sich in der zweiten Halbzeit mit 17:15 ab, während Kiel versuchte, das Ruder herumzureißen. In der Schlussphase nahm THW-Coach Filip Jicha eine Auszeit, doch der erhoffte Wende blieb aus. Am Ende mussten die Kieler mit leeren Händen dastehen, während Melsungen nicht nur den Titel, sondern auch eine Siegprämie von 100.000 Euro einheimste. Ein schöner Bonus, der die Chancen auf die Champions League eröffnet.
Zu erwähnen ist auch, dass Melsungen sich im Halbfinale klar gegen die SG Flensburg-Handewitt durchgesetzt hatte. Dort hatten sie mit einem 37:30 für Furore gesorgt. Kiel hingegen hatte sich im Halbfinale gegen Montpellier HB mit 29:28 durchgesetzt. Ein spannendes Duell, das die Kieler mit einer starken Leistung und dem nötigen Quäntchen Glück für sich entscheiden konnten. Das Stadion war in den ersten Spielen bereits gut gefüllt, mit über 11.000 Zuschauern, die die Mannschaften anfeuerten.
Statistik und Spielverlauf
Die Statistiken des Spiels sind zwar momentan nicht veröffentlicht, doch die Emotionen waren deutlich spürbar. Das Spiel wurde zudem auf einen möglichen Strafstoß überprüft, was die Anspannung nur noch erhöhte. Trotz der Niederlage gab es Lichtblicke in der Kieler Mannschaft, doch die Defensive war in entscheidenden Momenten nicht stark genug. Andreas Wolff, der Torhüter von Kiel, hatte in der ersten Halbzeit nur eine Parade, was für einen Keeper einfach zu wenig ist. Melsungen hingegen war in der Offensive effizienter und zeigte eine starke Leistung.
In der Gesamtheit war es ein enttäuschendes Ende für Kiel, das sich nach einem Titel sehnte, aber stattdessen mit leeren Händen dasteht. Während Melsungen sich ins Rampenlicht katapultierte, bleibt für Kiel nur der Blick nach vorne. Es gilt, die Lehren aus dieser Saison zu ziehen und im nächsten Jahr erneut anzugreifen. Schließlich sind Rückschläge oft der Anfang von neuen Erfolgen. Die Geschichte des Handballs ist voller solcher Momente.
So wird Kiel die Herausforderung annehmen müssen, um sich in der nächsten Saison neu zu beweisen. Melsungen kann sich derweil über den wohlverdienten Titel und die damit verbundenen Möglichkeiten freuen. Ein spannendes Kapitel im deutschen Handball geht zu Ende, und die nächsten Herausforderungen stehen bereits vor der Tür.