In Schleswig-Holstein tut sich etwas Spannendes: Zum ersten Mal haben Jungjägerinnen und Jungjäger die Möglichkeit, an einem Praxisseminar teilzunehmen. Das Event findet in Hartenholm im Kreis Segeberg statt und wird von den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten sowie dem Landesjagdverband Schleswig-Holstein organisiert. Mit insgesamt 13 Teilnehmenden, darunter 4 Frauen und 9 Männer, ist das Interesse an der Jagdausbildung unverkennbar. Die Kosten für das Seminar belaufen sich auf 450 Euro. Ein kleiner Preis für die große Verantwortung, die mit der Jagd einhergeht.

Das Seminar kombiniert theoretisches Wissen mit praktischen Übungen im Wald. Themen wie Wildbiologie, Sicherheit und das richtige Ansprechen von Wild stehen auf dem Programm. Anja Pfeiffer, eine der Teilnehmerinnen, hat ihren Jagdschein vor zwei Jahren gemacht. Für sie beginnt das eigentliche Lernen erst nach dem Erwerb des Scheins. Ihr Enthusiasmus ist spürbar, wenn sie betont, dass Jagd mehr ist als nur das Schießen – es erfordert Verantwortungsbewusstsein und Wissen über die Natur. Diese Sichtweise wird von immer mehr Menschen geteilt, denn die Zahl der Jagdscheininhaber in Schleswig-Holstein ist seit 2000 von 18.187 auf 22.603 gestiegen.

Ein Wandel in der Jagdkultur

Der Trend zur Jagd wird durch ein verändertes Bild der Jagd gefördert. Immer mehr Menschen, auch aus städtischen Gebieten, interessieren sich für die Jagdausbildung. Die Jagd wird zunehmend als Möglichkeit gesehen, die Wälder zu klimafitten Mischwäldern umzubauen und als Beitrag zu einer nachhaltigen Ernährung. Der Landesjagdverband verzeichnet, dass etwa 25% der Teilnehmer an Vorbereitungskursen für die Jägerprüfung Frauen sind. Das ist ein ermutigender Trend, wenn man bedenkt, dass der Frauenanteil im Verband bei über 14% liegt.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Unterstützung von Seiten der Regierung, die 50.000 Euro bereitstellt, um unter anderem Deiche vor Schäden zu schützen. Dies zeigt, wie wichtig das Engagement der Jägerschaft für die Umwelt und den Naturschutz ist. Ein heikles Thema bleibt jedoch der Wolf: Der Bundesrat hat für seine Aufnahme ins Bundesjagdgesetz gestimmt, was sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Hier wird deutlich, dass die Jagd nicht nur ein Hobby, sondern ein komplexes Feld voller Verantwortung ist.

Fortbildung für die Jägerschaft

Aber die Ausbildung hört hier nicht auf. Der Deutsche Jagdverband (DJV) bietet ein umfangreiches Seminarprogramm für ehrenamtlich Aktive der Jagdverbände an. Hier wird kontinuierlich an neuen Themen gearbeitet. Für Nichtmitglieder sind die Teilnahmegebühren zwar höher, aber der Zugang zu Wissen bleibt offen. Besonders hervorzuheben ist die Initiative „LERNORT NATUR“, die naturpädagogische Grundausbildungen anbietet. Diese Seminare sind nicht nur für die Jägerschaft von Bedeutung, sondern auch für Lehrer und Erzieher, die mit Kindern und Jugendlichen in die Natur gehen wollen.

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Die Themen reichen von der Exkursionsdidaktik bis hin zu tiergestützter Pädagogik. Auch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit spielt eine zentrale Rolle. In Zeiten von Social Media und digitaler Kommunikation ist es für Jäger und Verbände unerlässlich, sich in diesen Bereichen fortzubilden. Seminare zu Vereinsführung, Buchhaltung und Versicherungen sind ebenfalls Teil des Programms, um die Strukturen innerhalb der Jägerschaft zu stärken.

Die Anmeldung zu den Seminaren erfolgt in der Regel über ein Anmeldeformular, und der Anmeldeschluss liegt meist vier Wochen vor Beginn. Wer Fragen hat, kann sich an Ralf Pütz oder Ina Maslok wenden. Sie stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Insgesamt zeigt sich, dass die Jagd in Schleswig-Holstein nicht nur ein uraltes Handwerk ist, sondern sich auch stetig weiterentwickelt. Die Kombination aus Tradition und Moderne, gepaart mit einer wachsenden Verantwortung für die Natur, macht diesen Weg für viele so attraktiv.