Schleswig-Holstein, ein Land, das zwischen der Nord- und Ostsee schimmert, hat in dieser Sturmflutsaison eine erfreuliche Ruhe erlebt. Ja, ihr habt richtig gehört! Der Wind blies zwar, aber die Deiche blieben weitgehend unversehrt, wie ein Sprecher des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) berichtete. Geringe Schäden an den Deichen, kaum Treibsel an den Stränden – das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Ein wenig Entspannung nach den letzten Jahren, in denen die Natur oft unbarmherzig zuschlug.

Das gibt uns nun die Möglichkeit, uns intensiver auf die Küstenschutzmaßnahmen im Vorland zu konzentrieren, was nicht nur den Küstenbewohnern zugutekommt, sondern auch für die gesamte Gesellschaft von Bedeutung ist. Immerhin leben rund 333.000 Menschen in den potenziell überflutungsgefährdeten Gebieten, und die Sachwerte hier summieren sich auf beeindruckende 60 Milliarden Euro. Da ist es nur sinnvoll, dass die Deichschauen fast abgeschlossen sind. Die Frühjahrsdeichschauen an der Nordseeküste sind fast durch, die letzte findet am 20. Mai auf Hallig Gröde statt. Währenddessen wird an der Ostsee bis zum 2. Juni noch fleißig begutachtet. Ein ganz schön straffes Programm, wenn man bedenkt, dass alle Landesschutzdeiche jährlich nach dem Landeswassergesetz überprüft werden müssen.

Nachhaltige Küstenschutzstrategien

Doch was passiert eigentlich hinter den Kulissen? Anfang Februar 2022 wurde die fünfte Fortschreibung des Generalplans Küstenschutz Schleswig-Holstein verabschiedet. Ein bedeutender Schritt, genau 60 Jahre nach der letzten Katastrophenflut an der deutschen Nordseeküste. Es gibt neue Erkenntnisse über den künftigen Meeresspiegelanstieg, und die Verantwortlichen haben sich auf die Fahnen geschrieben, nachhaltig und ökosystembasiert auf die Herausforderungen des Klimawandels zu reagieren. Das Ziel? Eine langfristige Grundlage für Wohnen und Wirtschaften in den Küstenniederungen und an den Küsten Schleswig-Holsteins zu schaffen. Die Verantwortung für die Zukunft wird sozusagen von Generation zu Generation weitergegeben – und das ist auch gut so.

Die Deichschauen sind nicht nur ein Routinecheck; sie sind Teil eines größeren Plans. Bei diesen Überprüfungen wird nach Schäden, Ablagerungen und anderen Veränderungen gesucht. Und ganz ehrlich, es ist beruhigend zu wissen, dass die Behörden ein wachsames Auge auf unsere Küsten haben. Der Deich in der Probstei wird am Dienstag begutachtet – ein weiterer Schritt in der langen Reihe von Sicherheitsüberprüfungen.

Finanzielle Aspekte des Küstenschutzes

Aber nicht nur Schleswig-Holstein kümmert sich um den Küstenschutz. Auch Niedersachsen hat große Pläne. Ein Bau- und Finanzierungsprogramm für 2025 hat ein Gesamtbudget von 126,9 Millionen Euro für 156 Maßnahmen ins Leben gerufen. Ein beachtlicher Betrag, der zeigt, wie ernst es den Behörden ist, unsere Küsten zu schützen. 81 Millionen Euro sind allein für Küstenschutzmaßnahmen im Jahr 2025 eingeplant – und das ist nur die Spitze des Eisbergs, denn weitere 45,9 Millionen Euro sind für Folgejahre eingeplant. Dabei ist es nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch der Verantwortung: 14 Prozent der Landesfläche Niedersachsens und 1,1 Millionen Menschen sind auf den Küstenschutz angewiesen. Das sind nicht nur Zahlen, das sind Menschen, Lebensräume und Kulturen, die es zu schützen gilt.

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In Anbetracht der Prognosen des IPCC, die einen Meeresspiegelanstieg zwischen 60 und 110 cm bis Ende des Jahrhunderts vorhersagen, schließt sich der Kreis. Die Notwendigkeit zur Erhöhung von Deichen und die Modernisierung von Sperrwerken wird immer dringlicher. Und das alles geschieht mit einem Blick auf den Naturschutz, der im Wattenmeer und in den Ästuaren berücksichtigt wird. Ökologisches Sedimentmanagement und die Schaffung von Salzwiesen sind nicht nur Schlagworte, sondern die Zukunft unserer Küstenschutzstrategien.

Man sieht, dass sich hier viel tut – und das ist auch gut so. Es gibt viel zu tun, und die Zeit ist reif, um die Küstenschutzmaßnahmen weiter voranzutreiben. Wir alle sind Teil dieser Geschichte, ob direkt oder indirekt. Und während wir an den Stränden stehen und den Wellen zuhören, können wir sicher sein: Unsere Küsten sind in guten Händen.