In Schleswig-Holstein, da tut sich was – und doch bleibt vieles still. Knapp 35.000 digitale Endgeräte warten darauf, genutzt zu werden. Wenn man sich das mal überlegt! Über 6,7 Millionen Euro hat das Land für diese Laptops und Tablets ausgegeben. Doch während die Technologie bereitsteht, bleiben mehr als 3.700 dieser Geräte ungenutzt in den Schubladen der Schulen. Das ist schon ein bisschen frustrierend, oder?

Laut Informationen der SPD-Fraktion wurden von den insgesamt 34.900 Geräten nur 31.120 tatsächlich eingeschaltet. Im vergangenen Jahr waren es gerade mal 24.021. Und da sind noch die 10.879 Endgeräte, die im gesamten letzten Jahr überhaupt nicht genutzt wurden. Das lässt einen doch fragen, was da schief läuft. SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat fordert eine Klärung, ob diese Geräte wirklich benötigt werden oder ob das Geld besser in andere Bildungsprojekte investiert wäre.

Die Herausforderung der Digitalisierung

Das Bildungsministerium plant bereits Beratungen für Schulen, um die Nutzung der Geräte zu optimieren, bevor neue Anschaffungen getätigt werden. Bislang sind 773 von 795 öffentlichen Schulen in Schleswig-Holstein mit Endgeräten ausgestattet worden. Aber was bringt die beste Technik, wenn sie nicht genutzt wird? Irgendwie klingt das nach einer verpassten Chance.

Das Ganze reiht sich ein in die größere Initiative des DigitalPakts Schule, der im Mai 2019 von Bund und Ländern ins Leben gerufen wurde. Ziel ist der Aufbau einer flächendeckenden digitalen Infrastruktur an Schulen in Deutschland. Mit insgesamt 6,5 Milliarden Euro sollen Hardware und Netzwerkinfrastrukturen gefördert werden. Das klingt vielversprechend, doch auch hier stellt sich die Frage, ob die Mittel tatsächlich da ankommen, wo sie gebraucht werden.

Ein Blick in die Zukunft

Die digitale Bildung soll nicht nur die Chancengleichheit verbessern, sondern auch die Schüler auf die digitale Arbeitswelt vorbereiten. Dazu gehören auch individuelle Lernmöglichkeiten – und das alles bis Ende 2025. Der DigitalPakt unterstützt zudem die Verringerung von Bildungsungleichheiten und hat während der Pandemie spezielle Programme implementiert, um den Übergang zum Online-Unterricht zu erleichtern. Es gibt also viel zu tun, und die Zeit drängt.

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Am 18. Dezember wurde zudem der Digitalpakt 2.0 vereinbart, der sowohl Infrastrukturförderung als auch die Entwicklung von Schul- und Unterrichtsmodellen beinhaltet. Bis 2030 sollen weitere fünf Milliarden Euro investiert werden. Wenn das alles gut funktioniert, könnte Schleswig-Holstein vielleicht bald in der digitalen Bildung ganz vorne mitspielen – aber nur, wenn die Geräte auch tatsächlich genutzt werden!