Wilhelmshaven, die Perle an der Nordsee, ist momentan der Ort, an dem sich alles um die faszinierenden Schweinswale dreht. Diese kleinen Wale machen Futterrast im Jadebusen und ziehen damit zahlreiche Besucher an. Die Uferpromenade am Südstrand bietet den perfekten Aussichtspunkt, um die Schweinswale zu beobachten, während sie nach Heringen, Krebsen und Krabben suchen. Wenn sie an die Wasseroberfläche tauchen, zaubern sie nicht nur ein Lächeln auf die Gesichter der Schaulustigen, sondern sind auch ein beliebtes Fotomotiv. Mit einer durchschnittlichen Größe von 1,60 Metern und der Fähigkeit, bis zu 80 Meter tief zu tauchen, sind sie wahre Meister der Meere.
In diesem Jahr beginnen die beliebten „Schweinswal-Tage“ im Wattenmeer Besucherzentrum am Freitag. Hier erwartet die Besucher ein spannendes Rahmenprogramm, das Vorträge, Workshops und die Sonderausstellung „Schweinswal-Hotspot-Jadebusen“ umfasst. Zudem bietet das Zentrum bis zum 3. Mai zweistündige Schiffsfahrten durch den Jadebusen an, bei denen Experten wie Jan Herrmann, ein Tierarzt und Wal-Experte, sowie Jens van Hüth, ein Walbeobachter und ehrenamtlicher Helfer bei Jade-Wale e.V., an Bord sind. Sie teilen ihr Wissen über die faszinierenden Schweinswale und beantworten Fragen der interessierten Gäste.
Die Bedeutung der Schweinswale und ihr Schutz
Die Schweinswale sind nicht nur eine Attraktion für Touristen, sondern auch ein wichtiger Bestandteil des marinen Ökosystems. Der Verein Jade-Wale e.V. setzt sich aktiv für ihren Schutz im Jadebusen ein. Jens van Hüth erkennt an der Art und Weise, wie die Wale auftauchen und springen, ob sie auf Futter- oder Partnersuche sind. Es ist wichtig, dass wir diese Tiere respektieren und bei der Beobachtung einen gewissen Abstand halten, um sie nicht zu stören.
Ein besorgniserregendes Thema ist der gestrandete Buckelwal „Timmy“, der vor der Ostsee-Insel Poel entdeckt wurde. Ein privates Team versucht, ihn zu befreien, hat bisher jedoch keinen Erfolg gehabt. Es wird über einen neuen Rettungsplan nachgedacht, während Jan Herrmann rät, den Wal zu beobachten, aber nicht zu füttern, da Buckelwale mehrere Monate ohne Nahrung auskommen können.
Die Herausforderungen für Wale in der heutigen Zeit
Wale sind die größten Lebewesen der Erde und ziehen durch die Weltmeere, wo sie lange Strecken zurücklegen. Ihre Kommunikation über große Entfernungen und das Leben in eng verbundenen Gruppen machen sie zu faszinierenden Geschöpfen. Doch die industrielle Jagd und die damit verbundene Ausbeutung haben die Bestände vieler Walarten drastisch reduziert. In der Vergangenheit wurden Wale wegen ihres Fleisches und als Rohstofflieferanten gejagt, was zu einem besorgniserregenden Rückgang der Populationen geführt hat.
Umwelteinflüsse wie Mikroplastik und Umweltgifte haben die Fortpflanzungsfähigkeit vieler Arten beeinträchtigt. Zudem belastet zunehmender Meereslärm die Wale, was ihre Fähigkeit zur Kommunikation und Orientierung stark beeinträchtigt. Lärmquellen wie Schiffe und seismische Untersuchungen können sogar die Hörorgane der Wale schädigen, was zu Taubheit führen kann.
Innovative Ansätze zum Schutz der Wale
Ein vielversprechendes Projekt ist das STELLA2 am Thünen-Institut für Ostseefischerei, das von 2021 bis 2024 läuft. Hier wird an neuen Fischfangtechniken gearbeitet, um ungewollte Beifänge in der Stellnetzfischerei zu vermeiden. Die Doktorandin Andrea Milanelli untersucht das PerlenNetz, eine verbesserte Variante des Stellnetzes, die von Schweinswalen gut wahrgenommen werden kann. Das Ziel ist es, das Beifangrisiko zu reduzieren und dabei gleichzeitig die Fangraten wirtschaftlich relevanter Fischarten aufrechtzuerhalten.
Zusätzlich werden Fischfallen als Alternative zum Stellnetz erforscht, die weniger Auswirkungen auf den Meeresboden haben und so konstruiert werden können, dass Schweinswale nicht hineinschwimmen und ertrinken. Diese innovativen Ansätze tragen dazu bei, die Fischerei nachhaltiger zu gestalten und die Lebensräume der Wale zu schützen.
Die Faszination für Wale bleibt ungebrochen, und es ist an der Zeit, dass wir uns aktiv für ihren Schutz einsetzen. Die Schweinswal-Tage in Wilhelmshaven sind eine wunderbare Gelegenheit, mehr über diese beeindruckenden Tiere zu erfahren und gemeinsam für ihre Erhaltung zu kämpfen!