Wer hätte gedacht, dass sich in Wilhelmshaven so viel um Resilienz und Katastrophenvorsorge dreht? Bei einer Veranstaltung im Gorch-Fock-Haus, organisiert von der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, hatte Dr. Benni Thiebes, Geschäftsführer des Deutschen Komitees Katastrophenvorsorge e.V. (DKKV), das Wort. Mit einem eindringlichen Aufruf zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit Deutschlands gegenüber Krisen und Katastrophen ließ er keinen Raum für Zweifel. Besondere Aufmerksamkeit erhielt sein Plädoyer für die Schaffung moderner Sicherheitsarchitekturen, die auf Resilienz und nachhaltiger Vorsorge basieren – egal, ob es sich um Naturkatastrophen oder kriegerische Konflikte handelt.

Berend Burwitz, der Leiter der GSP-Sektion, betonte in seiner Eröffnung die Brisanz ziviler Verteidigung. In Zeiten, in denen Bedrohungen durch Russland im Raum stehen, ist es wichtiger denn je, die eigene Sicherheit im Blick zu haben. Thiebes erinnerte an die Gründung des DKKV im Jahr 1990 durch Hans-Dietrich Genscher und hob hervor, dass Nachbarschaftshilfe zwar an Bedeutung gewonnen hat, aber leider abnimmt. Gerade bei Stromausfällen kann sie aber entscheidend sein. „Wir brauchen eine Risikokultur“, so Thiebes, während er auf das Sendai-Rahmenwerk der Vereinten Nationen verwies, das als Leitfaden für künftige Vorsorge dienen soll.

Gemeinsam stark in der Not

Die Kernaussagen des Sendai-Rahmenwerks sind klar: Risiken verstehen, Daten teilen, Zuständigkeiten klären, Prävention fördern und den Wiederaufbau verbessern. Thiebes sprach auch aus eigener Erfahrung und erzählte von einem stromfreien Abend – ein eindrückliches Beispiel, wie schnell das gewohnte Leben aus den Fugen geraten kann. Ein Punkt, den er immer wieder ansprach, war der Verlust des gesellschaftlichen Zusammenhalts, den er als eine der größten Gefahren ansieht. „Krisen setzen Solidarität frei“, bemerkte er und machte klar, dass gemeinsames Engagement unerlässlich ist, um in Krisenzeiten zusammenzuhalten.

In diesem Kontext ist die Resilienzstrategie der Bundesregierung eine bedeutende Initiative. Sie verfolgt das Ziel, den Schutz der Menschen und ihrer Lebensgrundlagen zu verbessern. Mit einem umfassenden Katastrophenrisikomanagement, das alle Phasen des Risiko- und Krisenmanagementzyklus abdeckt – von der Prävention über die Bewältigung bis hin zur Nachbereitung – verfolgt die Strategie einen ganzheitlichen Ansatz. Fünf Handlungsfelder – vom Verständnis der Gefahren bis hin zur internationalen Zusammenarbeit – stehen im Fokus. Die Notwendigkeit dieser Strategie wird immer deutlicher, besonders angesichts der Krisen, die die letzten Jahre geprägt haben.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bundesregierung hat im Juli 2022 die Deutsche Strategie zur Stärkung der Resilienz verabschiedet. Dabei sind gleich 420 Maßnahmen in Planung, die alle Bundesministerien unter der Federführung des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI) umsetzen sollen. Ein wichtiger Schritt, um den Herausforderungen, wie sie durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und Naturkatastrophen hervorgerufen werden, entgegenzuwirken. Und es wird nicht nur geredet – die Maßnahmen beziehen sich auf reale Gefahren wie Stromausfälle und Starkregen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Wie wichtig eine solche Resilienzstrategie ist, zeigt sich auch in der Tatsache, dass sie als erste ihrer Art in Deutschland gilt. Hier werden nicht nur bestehende Strategien integriert, sondern auch neue Ansätze entwickelt, um die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Politikbereichen zu fördern. Es ist ein vielversprechender Weg, um die Gesellschaft widerstandsfähiger gegenüber künftigen Herausforderungen zu machen. Die nächsten Schritte sind klar: Die ressortübergreifende Zusammenarbeit soll fortgesetzt und die Nationale Plattform zur Stärkung der Resilienz ausgebaut werden.

Wer weiß, vielleicht wird Wilhelmshaven bald als Vorreiter in der Katastrophenvorsorge gelten? Die Weichen sind gestellt, und die Bedeutung von Resilienz wird mehr und mehr in den Fokus rücken. Es bleibt spannend, wie sich die Dinge entwickeln werden.