In Wilhelmshaven brodelt es: Eine Ratsgruppe plant, die Marion-Dönhoff-Schule (MDS) zur zweiten Integrierten Gesamtschule (IGS) zu machen. Dieser Vorschlag hat bereits im November für hitzige Diskussionen im Schulausschuss gesorgt, wo Skepsis und Ablehnung laut wurden. Der teuerste Schulneubau der Stadt, der zwischen 2025 und 2028 errichtet werden soll, vereint Schulnutzung mit einem Stadtteilhaus und soll mit modern ausgestatteten Unterrichts- und Fachräumen überzeugen. Doch die Meinungen über die geplante Schulform gehen auseinander.

Olaf Fischer von der Ratsgruppe WIN@WBV/Volt argumentiert, dass eine IGS zukunftsorientierter sei als eine Oberschule. Seiner Meinung nach würde die Schaffung einer zweiten IGS den Schülern in Wilhelmshaven bessere Perspektiven bieten. In der bestehenden IGS zeigt sich jedoch bereits ein zu geringes Schüleraufkommen, um alle Leistungsgruppen ausreichend zu bedienen. Kritiker, darunter Vertreter von anderen Schulen wie der Oberschule Mitte und dem Nordsee-Campus (NCW), befürchten, dass ihre Anmeldungen und die Schulqualität unter der Einführung einer zweiten IGS leiden könnten.

Elternbefragung und Widerstand

Trotz der Bedenken plant die Ratsgruppe eine Elternbefragung, um Meinungen einzuholen. Doch die Kritik an dieser Befragung ist nicht zu überhören: Der hohe Aufwand und die räumliche Beschränkung auf den Stadtnorden stoßen auf Widerstand. Martin Burkhart von Gemeinsam Bunt spricht sich dafür aus, die Befragung stadtweit durchzuführen. Sascha Brückner und Thomas Schmacker, Vertreter des NCW, lehnen die Idee einer zweiten IGS ab und betonen, dass die Bedenken der anderen Schulen ernst genommen werden müssen, um die Schulentwicklung in Wilhelmshaven nicht auszubremsen.

Heike Prinz, die Vertreterin der MDS, weist die Vorwürfe zurück und betont die Vorteile der geplanten IGS. Stadtbaurat Niksa Marusic ergänzt, dass eine Veränderung der Schulform durchaus mit dem Neubau vereinbar sei. Thomas Brandt, Fachbereichsleiter für Bildung und Sport, appelliert an die Notwendigkeit von Gemeinsamkeit in der Schulentwicklung, um eine positive schulische Zukunft für alle Schüler in Wilhelmshaven zu gewährleisten.

Nachhaltigkeit im Fokus

Der Neubau der Marion-Dönhoff-Schule wird nicht nur als Schulgebäude, sondern auch als Ort der Begegnung im Quartier konzipiert. Die Projektleitung unter Robert Jonas von der GGS zielt darauf ab, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Integration zu fördern. Neben modernen Unterrichtsräumen werden multifunktionale Bereiche geschaffen, die auch außerhalb der Schulzeiten genutzt werden können. Zudem wird auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz Wert gelegt: Das Gebäude strebt eine DGNB-Zertifizierung an und berücksichtigt ökologische Baustoffe sowie eine energieeffiziente Gebäudetechnik.

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Die Bürger in Wilhelmshaven dürfen also auf eine spannende Entwicklung in der Bildungslandschaft hoffen, auch wenn die Meinungen über die richtige Schulform auseinandergehen. Die Diskussionen werden sicherlich noch viele Facetten zeigen, während der Bau der MDS in den kommenden Jahren Gestalt annimmt.