Am vergangenen Sonntag fand in der St.-Marien-Basilika in Bethen bei Cloppenburg ein ganz besonderer Gottesdienst statt – der Friedensgottesdienst der katholischen Militärseelsorge. Rund 200 Militärangehörige versammelten sich, um den Worten von Weihbischof Wilfried Theising zu lauschen. Der Gebetstag war ein Zeichen der Dankbarkeit und Anerkennung für die unermüdlichen Einsätze der Soldatinnen und Soldaten. Theising, der nicht nur als Weihbischof in Münster wirkt, sondern auch als Offizial des Offizialatsbezirkes Oldenburg eine bedeutende Rolle spielt, hob hervor, wie wichtig der Dienst der Soldaten für den Frieden in unserer Gesellschaft ist.

Es war nicht nur eine Ansprache, sondern ein eindringlicher Appell. „Wir leben in Frieden, weil ihr da seid“, sagte Theising und machte deutlich, dass Frieden kein Selbstläufer ist. Er erinnerte daran, dass er durch persönliches Handeln erlangt werden muss, und blickte auf die weltweiten Konflikte, die oft näher sind, als wir denken. Dabei schwang eine spürbare Dankbarkeit mit, die sowohl die Soldaten als auch die anwesenden Zivilisten erfasste. In der Krypta der Basilika sind die Namen der Gefallenen des Oldenburger Landes verewigt, was dem Gottesdienst eine besonders ergreifende Note verlieh.

Ein Moment des Gebets und des Trostes

Das Mariengnadenbild von Bethen, ein beliebtes Ziel für viele Gläubige, hat in schweren Zeiten Trost gespendet. In Anbetracht der Herausforderungen, vor denen die Soldaten stehen, betonte der leitende Militärdekan Torsten Stemmer, wie wichtig es ist, für den Frieden in Europa zu beten. Der Glaube, dass Gott an der Seite der Soldaten steht, war allgegenwärtig und gab den Anwesenden einen Hauch von Zuversicht.
Nach der Zeremonie fand ein gemeinsames Mittagessen im Haus Maria Rast statt, wo die Gemeinschaft weiter gestärkt wurde. Hier wurde nicht nur das Essen geteilt, sondern auch die Gedanken über Frieden und Zusammenhalt.

Eine besondere Persönlichkeit im Dienste des Glaubens

Wilfried Theising, der am 31. Mai 2010 von Papst Benedikt XVI. zum Weihbischof ernannt wurde, hat sich seitdem unermüdlich für die Belange der Menschen in seinem Bistum eingesetzt. Seine Bischofsweihe fand im St.-Paulus-Dom in Münster statt, und seither hat er sich als eine wichtige Stimme für viele in der Region etabliert. Die Verantwortung als Offizial bringt mit sich, dass er eine Leitungsvollmacht hat, die in vielen Aspekten der eines Diözesanbischofs ähnelt. Es ist also kein Wunder, dass die Soldaten und ihre Familien in seinem Wirken Halt und Unterstützung finden.

Die Herausforderungen der Militärseelsorge

Doch die Militärseelsorge sieht sich auch Herausforderungen gegenüber. Eine Studie zeigt, dass 91% der Soldaten die Seelsorge positiv bewerten. Dennoch gibt es immer noch eine große Zahl von Soldaten, die konfessionslos sind – etwa die Hälfte der Bundeswehrsoldaten. Das führt zu Kritik an der bestehenden Seelsorge, die aus drei Religionsgemeinschaften besteht: evangelisch, katholisch und jüdisch.
Kritiker fordern mehr weltanschaulich neutrale Angebote, und es gibt Überlegungen, ein Pilotprojekt mit humanistischen Seelsorgern zu starten. In den Niederlanden haben sich bereits humanistische Seelsorger in der Militärseelsorge etabliert, was die Diskussion hierzulande anstoßen könnte.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Militärseelsorge, trotz ihrer Herausforderungen, bleibt ein wichtiger Anker für viele. Der Friedensgottesdienst in Bethen hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll und notwendig solch ein Austausch für die Seelsorger und Soldaten ist. Frieden, Gemeinschaft und die Kraft des Glaubens – all das wurde an diesem Tag lebendig und spürbar. Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wie stark der Zusammenhalt unter den Soldaten und ihrer Seelsorge ist. Ein schönes Beispiel dafür, dass man auch in schweren Zeiten nicht allein ist.