In den letzten Tagen hat ein Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ für Aufsehen gesorgt. Vier deutsche Passagiere sind nun sicher in den Niederlanden angekommen, nachdem sie mit einem Evakuierungsflug von Teneriffa nach Eindhoven transportiert wurden. Insgesamt landeten 26 Personen, darunter auch Niederländer, Belgier und Griechen, in Eindhoven. Vor dem Abflug waren alle Passagiere symptomfrei, wie das spanische Gesundheitsministerium bestätigte. Doch die Situation bleibt angespannt.
Am Flughafen Eindhoven warteten Spezialisten des Roten Kreuzes und der Stadt Eindhoven, um die Evakuierten in Empfang zu nehmen. Während die niederländischen Passagiere direkt nach Hause gebracht werden, müssen sich die deutschen Reisenden zunächst nach Frankfurt begeben. Unterstützt von Einsatzkräften der Feuerwehr Essen und Frankfurt erfolgt der Transport in einem Sonderisoliertransport. Ein deutscher Passagier, der symptomfrei ist, wird in die Berliner Charité gebracht, während eine andere Kontaktperson in Baden-Württemberg in häusliche Quarantäne geht.
Evakuierung unter besonderen Umständen
Die Evakuierung des Kreuzfahrtschiffes „Hondius“ hatte bereits in Teneriffa begonnen. Passagiere und ein Teil der Crew wurden in Gruppen von fünf bis sechs Personen an Land gebracht, selbstverständlich unter strengen Gesundheitskontrollen. Vor dem Übersetzen an Land mussten alle eine medizinische Untersuchung über sich ergehen lassen. Nur leichtes Handgepäck war erlaubt, und FFP2-Schutzmasken waren Pflicht. Der Kontakt zur Inselbevölkerung wurde strikt untersagt – die Situation war einfach zu ernst.
Die WHO meldete sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle, drei der Betroffenen starben. Unter den Toten befand sich auch eine deutsche Frau, die am 3. Mai verstarb. Die Infektionskette könnte von einem niederländischen Ehepaar ausgegangen sein, das sich in Argentinien angesteckt hat. An Bord der „Hondius“ waren zuletzt zwischen 140 und 150 Personen, wobei mehrere Passagiere bei Zwischenstopps das Schiff bereits verlassen hatten. Die „Hondius“ war am 1. April in Ushuaia, Argentinien, gestartet, und die Geschehnisse haben seitdem eine besorgniserregende Wendung genommen.
Ein Blick in die Zukunft
Die „Hondius“ wird in etwa fünf Tagen in Rotterdam ankommen, wo der Leichnam einer verstorbenen Passagierin vom Schiff gebracht wird. Neben der Trauer um die Verstorbenen steht die Desinfektion des Schiffes an erster Stelle. Gesundheitsbehörden schätzen das Risiko einer weiteren Verbreitung des Hantavirus als gering ein, und der WHO-Chef betont, dass es sich hierbei nicht um einen mit dem Coronavirus vergleichbaren Erreger handelt. Dennoch bleibt die Lage angespannt, da alle Passagiere und Crewmitglieder nach ihrer Rückkehr in Quarantäne müssen.
In den kommenden Tagen werden weitere Flüge aus Großbritannien, Irland, der Türkei und den USA organisiert, um betroffene Passagiere sicher zu ihren Heimatländern zu bringen. Die Evakuierung hat viele Menschen in Aufregung versetzt, auch wenn die aktuellen Gesundheitsrisiken als überschaubar gelten. Für die Reisenden ist es ein surrealer Abschluss einer Reise, die nicht nur Abenteuer, sondern auch unvorhergesehene Herausforderungen mit sich brachte.