Es ist ein klarer Tag in Peine, und trotzdem liegt ein Schatten über dem Tierheim. Die Kosten für Tierarztbesuche haben in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht, und das macht den Tierschützern hier ganz schön zu schaffen. Insbesondere das Tierheim Peine spürt die Auswirkungen dieser Entwicklung ganz deutlich. Die Gebührenordnung für Tierärzte (GoT) wurde 2022 umfassend überarbeitet und hat die Preise für viele tierärztliche Leistungen deutlich steigen lassen. Das ist die erste grundlegende Anpassung seit über 20 Jahren und die Folgen sind spürbar: Die Ausgaben für Kastrationen, allgemeine Untersuchungen und Beratungen sind explodiert, und das geht nicht spurlos am Tierheim vorbei.
Früher konnte man einen Kater für 60 bis 70 Euro kastrieren lassen. Heute kostet die gleiche Leistung für Privatpersonen zwischen 160 und 170 Euro. Das Tierheim selbst muss mittlerweile 120 Euro für einen Kater und sogar 180 Euro für eine Katze aufbringen, wo es zuvor nur 60 bzw. 90 Euro waren. Das ist ein massiver Anstieg, der die ohnehin schon angespannten Finanzen des Tierheims weiter belastet.
Die neue Gebührenordnung: Ein Preiskatalog mit Tücken
Die GoT, die grundlegende Regeln für die Vergütung tierärztlicher Leistungen festlegt, funktioniert im Grunde wie ein Preiskatalog. Innerhalb dieses Systems können die Kosten für Behandlungen zwischen dem einfachen und dem dreifachen Satz variieren – im Notdienst sogar bis zum vierfachen Satz plus Pauschale. Diese Preiserhöhungen resultieren aus der Anpassung an die gestiegenen Betriebskosten der Tierarztpraxen. Das bedeutet für viele Tierhalter eine unangenehme Überraschung, denn die tatsächliche Rechnung hängt von der Schwierigkeit der Behandlung, dem Zeitaufwand und sogar dem Wert des Tieres ab. Oft verstehen Tierbesitzer das System nicht und zahlen am Ende mehr als nötig. Das kann wirklich frustrierend sein.
Ein Beispiel gefällig? Eine allgemeine Untersuchung kann zwischen 23,62 Euro (1-fach) und bis zu 70,86 Euro (3-fach) kosten. Dazu kommen dann noch Ausgaben für Medikamente und Laborkosten. Wenn man dann noch die zusätzlichen Kosten für Notdienste bedenkt, die mit einer Pauschale von 59,50 Euro zu Buche schlagen, wird einem klar, warum sich die Anfragen von Tierhaltern, die sich notwendige Behandlungen nicht leisten können, häufen. Das Tierheim kann nur begrenzt helfen – die Kapazitäten sind stark eingeschränkt: Früher konnten bis zu fünf kranke Katzen aufgenommen werden, jetzt ist bei maximal einer Schluss.
Die Unterstützung von Kommunen und die Realität im Tierheim
Die Unterstützung von Kommunen kommt nur teilweise an. Zwar gibt es die Fundtierpauschale, doch die deckt längst nicht alle Ausgaben. Das führt dazu, dass kranke Tiere immer schwieriger zu vermitteln sind. Viele Interessenten sind aufgrund der gestiegenen Tierarztkosten unsicher, ob sie sich die Adoption eines kranken Tieres leisten können. Die finanzielle Lage in vielen Tierheimen bleibt also angespannt. Man fragt sich, wo das alles hinführen soll – die Tiere sind auf Hilfe angewiesen, aber die Mittel werden knapper.
Die Novellierung der GoT im Jahr 2022 wird bis 2026 evaluiert, um die Angemessenheit der Gebühren und den Leistungskatalog zu überprüfen. Vielleicht wird es dann eine Möglichkeit geben, die Preise für tierärztliche Leistungen etwas zu senken. Aber bis dahin bleibt die Situation für Tierheim und Tierhalter angespannt. Komischerweise hat man das Gefühl, dass die Tiere immer mehr im Schatten stehen, während die Kosten immer mehr in den Vordergrund treten. Und das ist einfach nur traurig.