In Hildesheim, wo die Zeit manchmal stillzustehen scheint, wird am 10. Juni 2026 eine spannende Podiumsdiskussion stattfinden, die sich mit der Frage beschäftigt: „Fakt oder Fiktion – wie viel Emotion darf ein Museum?“ Diese Veranstaltung verspricht nicht nur interessante Einblicke in die Welt der Museen, sondern auch eine lebhafte Diskussion über die Rolle von Emotionen in der Geschichtsvermittlung. Weitere Informationen finden Sie hier.
Die Podiumsdiskussion wird von einer Reihe von hochkarätigen Experten moderiert, die nicht nur über umfangreiche Erfahrungen in der Museums- und Geschichtswelt verfügen, sondern auch eine bemerkenswerte Leidenschaft für ihre Themen mitbringen. Ein herausragender Teilnehmer ist Hetty Berg, die seit April 2020 Direktorin des Jüdischen Museums Berlin ist. Zuvor hat sie über 30 Jahre am Jüdischen Historischen Museum in Amsterdam gearbeitet. Ihre Wurzeln reichen bis nach Den Haag, wo sie 1961 geboren wurde. Berg hat nicht nur eine Tanzausbildung in London und Amsterdam genossen, sondern auch Theaterwissenschaften studiert. Was für eine interessante Kombination! Sie ist zudem Mitglied in mehreren wissenschaftlichen Beiräten und hat sich intensiv mit jüdischer Kulturgeschichte beschäftigt.
Die Stimmen der Historiker
Ein weiterer spannender Redner wird Prof. Dr. Michael Schütz sein, der bis 2024 als Archivdirektor des Stadtarchivs Hildesheim tätig war. Sein Werdegang ist ebenso beeindruckend: Nach einem Studium der Geschichte, Germanistik und Erziehungswissenschaften in Hamburg hat er viel Erfahrung in der Archiv- und Bibliotheksarbeit gesammelt. Mit einer Dissertation über die spätmittelalterliche Geschichte des Erzbistums Bremen hat er sich einen Namen gemacht. Als Honorar-Professor an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim bringt er akademisches Wissen auf die Bühne. Seine Expertise in der Geschichte und das Engagement für die jüdische Gemeinde in Hildesheim sind bemerkenswert.
Dr. Jens Binner, Direktor des ZeitZentrums Zivilcourage in Hannover, wird auch sein Wissen beisteuern. Geboren 1965 in Aurich, hat er sich auf die Themen Zwangsarbeit und jüdische Geschichte spezialisiert. Seine Erfahrungen als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Ausstellungsprojekten und seine umfangreiche Arbeit zur historisch-politischen Bildung werden sicherlich spannende Perspektiven in die Diskussion einbringen.
Ein lokales Gesicht
Abgerundet wird das Podium durch Dr. Hartmut Häger, einen Lehrer und Autor, der schon seit vielen Jahren in Hildesheim lebt. Seine Arbeit als Schulamtsdirektor und seine Rolle als Ehrenvorsitzender des Hildesheimer Museumsvereins zeigen, wie tief verwurzelt er in der Stadtgeschichte ist. Sein Engagement für die Hildesheimer Stolpersteinprojekte ist ein berührendes Beispiel für seinen Einsatz für die Erinnerungskultur. 2022 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet – ein Zeichen der Wertschätzung für seine Verdienste.
Die Diskussion verspricht, ein fesselndes Zusammenspiel aus verschiedenen Perspektiven zu sein. Die Frage, wie viel Emotion in der Museumsarbeit Platz haben sollte, wird sicher leidenschaftlich und mit viel Sachverstand erörtert. Es ist eine Gelegenheit, über die Grenzen von Fakten hinauszusehen und die emotionale Dimension der Geschichte zu erfassen. Hildesheim wird an diesem Tag zum Schauplatz eines Dialogs, der nicht nur für Geschichtsinteressierte, sondern für die gesamte Gemeinschaft von Bedeutung ist.