Heute ist der 28.05.2026 und wir werfen einen Blick in die Vergangenheit der Altstadt in Hildesheim. Ein historisches Foto vom 22. April 1971 zeigt uns die Ecke Wollenweberstraße/Goschenstraße – ein Ort, der viel mehr ist als nur ein Punkt auf der Landkarte. Hier pulsiert das Leben, und das schon seit vielen Generationen. Der Gastronomie in dieser Ecke haftet eine lange Tradition an. Früher, in einer Zeit ohne Kühlschränke, war die Kneipe der Ort, an dem sich die Menschen versammelten, um ein kühles Bier oder einen Schnaps zu genießen, bevor der Arbeitstag begann.
Der Wirt des „Römischen Kaisers“, dem Vorgänger der heutigen „Altstadt“, hatte freitags eine ganz besondere Tradition: Er schenkte einen ganzen Hektoliter Bier aus! Das spricht Bände über die Beliebtheit der Gaststätte. Viele Arbeiter und Handwerker waren schon um 6 Uhr morgens da, um sich den ersten Schnaps zu gönnen. Diese gesellige Atmosphäre zeigt, wie wichtig solche Orte für die Gemeinschaft waren – und sind.
Ein neuer Anfang in der Altstadt
Im Frühjahr 1971 sollte die hannoversche Heinz Allmendiger KG das gastronomische Image Hildesheims aufpolieren und eröffnete die „Altstadt“. Ein gutbürgerliches Grill-Restaurant mit Bar und Tanzfläche, das schnell zum Treffpunkt für Jung und Alt wurde. Die gemütliche Atmosphäre wurde durch eine Fachwerkfassade mit Butzenscheibenfenstern noch verstärkt. Hier konnte man nicht nur schlemmen, sondern auch das Tanzbein schwingen.
1977 übernahm „Dionysos“, der griechische Gott des Weines, das Lokal und brachte griechische Spezialitäten auf die Speisekarte. Damit wurde die „Altstadt“ nicht nur ein Ort für deftige Hausmannskost, sondern auch für mediterrane Köstlichkeiten. Ein interessanter Wandel, der die kulinarische Landschaft Hildesheims bereichert hat!
Die Geschichte der Gasthäuser bewahren
Es gibt eine Webseite, die sich der Erfassung und Konservierung der Geschichte alter deutscher Gasthäuser widmet. Diese Plattform dient nicht nur der Bewahrung von Namen und Besitzern, sondern hilft auch, diese Schätze auf einer Deutschlandkarte darzustellen. Aktuell konzentriert sich die Erfassung vor allem auf Gasthäuser im Landkreis Lichtenfels in Oberfranken, doch der Aufbau ist noch im Gange. Nutzer können selbst Gasthäuser eintragen, was eine tolle Möglichkeit ist, die Erinnerungen und Geschichten lebendig zu halten.
Damit so ein Eintrag gelingt, sind einige Details wichtig – der geläufigste Name und die korrekte Anschrift sind entscheidend für die Geodaten. Und wer weiß, vielleicht gibt es auch in Hildesheim noch viele unbekannte Geschichten zu entdecken? Die Möglichkeit, persönliche Ergänzungen oder Änderungen vorzunehmen, macht diese Webseite zu einem wertvollen Werkzeug für Geschichtsinteressierte.
Die Altstadt in Hildesheim ist mehr als nur ein Restaurant. Sie ist ein Stück Geschichte, ein Ort der Begegnung und ein Beispiel dafür, wie sich Tradition und Wandel vereinen können. Die Geschichten, die hier erzählt werden, sind Teil des kulturellen Erbes der Region, das es zu bewahren gilt.