Die 79. Hannover Messe hat heute, am 23. April 2026, ihre Tore geöffnet und verspricht, ein aufregendes Schaufenster für Innovationen und internationale Partnerschaften zu werden. Unter dem Banner des Freihandels begrüßten Bundeskanzler Friedrich Merz und Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva die Besucher. Brasilien, als erstes südamerikanisches Partnerland, spielt in diesem Jahr eine zentrale Rolle und bringt frischen Wind in die Messe.
Die Eröffnung der Messe fand im historischen Schloss Herrenhausen statt, wo Lula mit militärischen Ehren empfangen wurde. Trotz einer gewissen Verwirrung, als der CEO von Phoenix Contact, Dirk Görlitzer, Merz fälschlicherweise als „Herr Merkel“ ansprach, war die Stimmung optimistisch. Merz räumte ein, dass Deutschland in den letzten zehn Jahren zu langsam war und kündigte Reformpläne an, um die Wirtschaft zu stärken und die Industrie zu entlasten. Dies geschieht im Kontext eines breiteren Appells von Industrievertretern, die auf dringende Maßnahmen drängen.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Schlüsseltechnologien
Ein zentrales Thema der Messe ist das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen, das am 1. Mai 2026 vorläufig in Kraft treten soll. Merz bezeichnete das Abkommen als einen entscheidenden Schritt in die richtige Richtung, um den Herausforderungen der geopolitischen Landschaft zu begegnen. Das Abkommen könnte eine der größten Freihandelszonen der Welt schaffen und mehr als 700 Millionen Menschen umfassen. Widerstand gegen das Abkommen gibt es jedoch aus Ländern wie Frankreich und Polen, insbesondere wegen Bedenken der Landwirte hinsichtlich möglicher negativer Umweltauswirkungen.
Die Messe selbst zieht mehr als 3.000 Aussteller an und bietet eine Plattform für bedeutende Technologien wie Künstliche Intelligenz, Mikroelektronik und klimaneutrale Energieerzeugung. Merz betonte die Notwendigkeit, Deutschland als wettbewerbsfähiges Industrieland zu positionieren und nannte sechs Schlüsseltechnologien, die prioritär behandelt werden sollen: Quantentechnologie, Biotechnologie, Fusion, klimaneutrale Mobilität und mehr. Dies spiegelt den Fokus auf Innovation wider, der die Messe prägen wird.
Deutsch-brasilianische Beziehungen im Fokus
Die deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen, die im Rahmen der Messe stattfanden, betonten den Willen beider Seiten, die Handelsbeziehungen auszubauen. Mit sieben brasilianischen und acht deutschen Ministern an einem Tisch wurde über die Intensivierung der Zusammenarbeit in Industrie, Technologie und Handel diskutiert. Brasilien gilt als wichtiger Partner für die deutsche Wirtschaft, insbesondere angesichts der zahlreichen deutschen Unternehmen, die seit Jahrzehnten in São Paulo aktiv sind.
Die Wahl Brasiliens als Partnerland der Hannover Messe unterstreicht den gewachsenen wirtschaftlichen Stellenwert des Landes und die Bedeutung neuer Partnerschaften für Deutschland. Die Messe selbst, die 1947 als „Export-Messe“ ins Leben gerufen wurde, hat sich seither zu einem globalen Schaufenster für industrielle Innovationen entwickelt und zeigt, wie wichtig es ist, im internationalen Wettbewerb nicht den Anschluss zu verlieren.
Die Hannover Messe 2026 könnte der Startschuss für eine neue Ära der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Brasilien sein und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Freihandels in einer sich rasch verändernden Welt leisten.