Heute ist der 9.05.2026 und in Göttingen brodelt es – zumindest wenn es um das Thema Wohnraum geht. Die CDU-Stadtratsfraktion hat einen Antrag auf den Weg gebracht, der für einigen Wirbel sorgt: Der Abriss des Problemwohnblocks am Hagenweg 20 steht zur Debatte. Am 11. Mai wird der Antrag in der Ratssitzung behandelt, und die Erwartungshaltung ist hoch.

Der Wohnkomplex ist seit Jahren ein Sorgenkind. Mit seinen 165 Wohnungen hat er nicht nur baulich, sondern auch sozial erhebliche Mängel. Die Vorwürfe über prekäre Wohnverhältnisse haben dazu geführt, dass die Stadt Göttingen die meisten Wohnungen aufgekauft hat. Nur noch drei Stück sind im Privatbesitz. Das klingt nach einem ersten Schritt in die richtige Richtung, doch die CDU sieht darin mehr: Sie fordert einen radikalen Neuanfang und plant die Errichtung eines kleineren, modernen und sozial orientierten Neubaus.

Ein zentrales Projekt für die Stadt

Die scheidende Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (SPD) hat sich stets dafür eingesetzt, die Missstände am Hagenweg 20 zu beheben. Sie bezeichnete dieses Vorhaben als eines der zentralen Projekte ihrer Amtszeit. Allerdings gibt es Kritik seitens der CDU. Ihr Fraktionsvorsitzender Olaf Feuerstein hat über Ortsbesuche und politische Initiativen Druck auf die Stadt ausgeübt, um die Situation zu verbessern. Komischerweise rückt Broistedt in der politischen Diskussion oft in den Vordergrund und wird für die Erfolge der CDU-Fraktion gelobt – ein Punkt, der von den Christdemokraten nicht unkommentiert bleibt.

Ehsan Kangarani, der Vorsitzende des Bauausschusses, hebt hervor, dass der Abriss auch aus wirtschaftlichen Gründen notwendig ist. Eine Sanierung der bestehenden Strukturen sei einfach nicht sinnvoll. Die CDU hat ein klares Ziel: Ein Wohnensemble soll entstehen, das nicht nur bezahlbare Wohnungen für Familien bietet, sondern auch eine verbesserte Nachbarschaft und soziale Stabilität fördert. Das klingt gut und könnte tatsächlich zur Entspannung des angespannten Wohnungsmarktes in Göttingen beitragen.

Ein Modellprojekt in Aussicht

Die Vision, die hinter dem geplanten Neubau steckt, ist spannend. Die CDU sieht Hagenweg 20 als potenzielles Modellprojekt für sozial orientierte Stadtentwicklung – vorausgesetzt, die politische Unterstützung bleibt nicht aus. Es bleibt abzuwarten, wie die Ratsmitglieder am 11. Mai entscheiden werden. Ein Neubau könnte nicht nur den baulichen Missständen ein Ende setzen, sondern auch ein neues Kapitel für die Stadt aufschlagen. Schließlich gibt es gerade in Göttingen einen hohen Bedarf an größeren, bezahlbaren Wohnungen.

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Die Diskussion um die Zukunft des Hagenwegs ist also mehr als nur ein politisches Thema – sie berührt das Leben vieler Menschen in Göttingen. Die Frage ist, ob die Stadt es schafft, den Drahtseilakt zwischen politischem Willen und praktischer Umsetzung zu meistern. Da wird es spannend – und die nächsten Tage könnten entscheidend sein.