In den letzten Tagen hat die Polizei in Südniedersachsen ein merkwürdiges Phänomen beobachtet: Unbekannte haben es auf Ladekabel an Ladesäulen für Elektroautos abgesehen. Zwischen Samstag und Montag wurden gleich mehrere Kabel entwendet und 13 Ladesäulen beschädigt. Die betroffenen Orte sind unter anderem Rosdorf, Gieboldehausen und Duderstadt sowie einige Supermärkte in Katlenburg und Lindau. Die Täter haben die Kabel mit einem unbekannten Gegenstand abgetrennt und einfach mitgenommen.

Die Polizei vermutet, dass es sich um eine Serie von Taten handelt, da die Vorgehensweise ähnlich war. Möglicherweise steckt hinter diesen Diebstählen ein Kupferrausch – belastbare Informationen gibt es dazu allerdings noch nicht. Die Beamten warnen eindringlich: Beschädigte Ladesäulen und Kabel sollten nicht angefasst werden, denn Lebensgefahr durch Spannung ist möglich. Hinweise zu den Vorfällen werden unter den Telefonnummern (0551) 491 21 15 und (05551) 914 80 entgegengenommen.

Ein weit verbreitetes Problem

Der Kabeldiebstahl an Ladesäulen ist kein Einzelfall. Immer häufiger zielen Diebe auf Schnellladesäulen, indem sie die Kabel abtrennen. In einigen Fällen bleiben die betroffenen Ladesäulen bis zu zwei Wochen außer Betrieb. Das betrifft nicht nur Südniedersachsen; auch im Industriegebiet Barsbüttel bei Hamburg sind Schnellladesäulen betroffen. Hier werden Kabel im Wert von unter 100 Euro gestohlen, doch die tatsächlichen Schäden für die Betreiber sind erheblich. Mer, ein Betreiber von Ladesäulen, schätzt die Kosten auf fünfstellige Beträge pro Diebstahl. Da kommt man ins Staunen über die Dimensionen! Das umfasst nicht nur den Materialwert der Kabel, sondern auch Reparaturkosten, Eichrechtsprüfungen und den Umsatzverlust durch Ausfallzeiten.

Die Polizei bestätigt, dass die Diebstähle von Ladekabeln zunehmen, kann jedoch keine konkreten Zahlen liefern. Die Täter agieren meist nachts und bevorzugen schlecht beleuchtete, abgelegene Orte. Mer und EnBW, zwei große Betreiber in Deutschland, haben festgestellt, dass Vandalismus seltener vorkommt, während der Kabeldiebstahl als neues Phänomen gilt. Ähnliche Vorfälle sind bereits aus England und Schweden bekannt. Das zeigt sich auch in den Statistiken: EnBW verzeichnete über 1.200 Kabeldiebstähle an mehr als 170 Standorten in Deutschland.

Auf der Suche nach Lösungen

Die Betreiber sind sich der Problematik bewusst und planen, die Sicherheit ihrer Ladeinfrastruktur zu verbessern. Beleuchtung und Kameraüberwachung sollen verstärkt werden, um den Dieben das Handwerk zu legen. Technische Maßnahmen zur Alarmierung bei Kabeldurchtrennung sind bereits in einigen Fällen implementiert. Dennoch bleibt die Frage, wie man die Täter langfristig abschrecken kann. Buntmetall ist nach wie vor heiß begehrt, und das geringe Risiko, erwischt zu werden, macht es für Diebe umso verlockender. Es ist ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist. Und während die Betreiber nach Lösungen suchen, bleibt den Autofahrern nur, vorsichtig zu sein und die Augen offen zu halten.

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In Niedersachsen wird der Schaden durch Kabeldiebstähle für das Jahr 2025 auf über 9 Millionen Euro geschätzt. Das lässt einen schon ins Grübeln kommen, ob es wirklich so weitergehen kann. Es wird Zeit, dass Maßnahmen ergriffen werden, bevor die Ladesäulen nicht mehr das tun, wofür sie gedacht sind: das Aufladen von Elektroautos. Ein bisschen mehr Sicherheit und Schutz wäre wünschenswert, nicht nur für die Betreiber, sondern auch für alle E-Auto-Fahrer, die auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen sind. Die Situation ist angespannt, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird.