In Göttingen, wo man sich normalerweise mit einem guten Buch in ein Café zurückzieht, geht es gerade um einiges turbulenter zu. Ein 47-jähriger Mann steht vor dem Landgericht, weil er in seiner Wohnung 50 Kilogramm Amphetamin gelagert haben soll. Wir reden hier von einer Menge, die einem die Schauer über den Rücken jagt. Zwischen Dezember 2023 und Januar 2024 soll er diese Drogen aufbewahrt haben, und das nicht aus einer Laune heraus. Die ganzen 50 Kilo waren für den gewinnbringenden Weiterverkauf gedacht – und zwar durch einen bereits verurteilten 35-Jährigen, der aktuell in der JVA Rosdorf seine Strafe absitzt.
Für seine „Lagerungstätigkeit“ bekam der 47-Jährige 150 Euro pro Woche. Das klingt fast nach einem Job, aber in Wirklichkeit ist es alles andere als das. Im Dezember 2024 fand man zudem rund 550 Gramm Amphetamin in seiner Wohnung, das er selbst verkaufen wollte. In unmittelbarer Nähe zu den Drogen wurden zwei Einhandmesser entdeckt – und voilà, da haben wir die Anklage wegen bewaffneten Handels. Hier zeigt sich, dass es nicht nur um Drogen geht, sondern auch um ein echtes Risiko für die Gesellschaft.
Ein Zeuge und seine belastenden Aussagen
Der 35-Jährige, der als Zeuge geladen wurde, hat im August 2024 eine Strafe von viereinhalb Jahren erhalten. Er hatte die 50 Kilo Amphetamin Ende Dezember 2023 am Göttinger Bahnhof von einem Kurier empfangen und in eine Bunkerwohnung in Weende gebracht. Er gestand, dass er auch mehr als 2000 Ecstasy-Tabletten erhalten hatte – ein Teil für seinen eigenen Konsum, der Rest für den Weiterverkauf. In einem früheren Prozess gab er zu, bis zu seiner Festnahme zwei Kilo Amphetamin verkauft zu haben. Das klingt wie ein schmutziges Spiel, in das er tief verwickelt war.
Der Prozess gegen den 47-Jährigen wird in der kommenden Woche fortgesetzt. Man darf gespannt sein, welche Wendungen die Sache noch nehmen wird und welche weiteren Details ans Licht kommen, die vielleicht die ganze Geschichte in ein anderes Licht rücken. Göttingen hat in letzter Zeit nicht gerade mit positiven Nachrichten aufgewartet, und der Umgang mit Drogen ist ein Thema, das viele bewegt.
Ein Blick auf die Drogenlage in Deutschland
Aktuell ist der REITOX-Jahresbericht 2025 für Deutschland veröffentlicht worden. Dieser Bericht gibt einen umfassenden Überblick über die Situation illegaler Substanzen im Land. Themen wie Konsum und problematischer Konsum, Prävention, Beratung und Behandlung werden behandelt. Aber auch der Schwarzmarkt und die damit verbundenen Straftaten sind zentrale Punkte. Die Daten werden in einer europaweit einheitlichen Struktur präsentiert, was internationale Vergleiche erleichtert.
Gerade in Zeiten, in denen die Drogenpolitik immer wieder auf den Prüfstand kommt, bietet dieser Bericht wertvolle Einblicke. Man findet zentrale Kennzahlen zur Verbreitung und den Folgeschäden des Konsums, sowie zu Behandlungsmöglichkeiten und dem (Schwarz-)Markt von Drogen und Suchtmitteln. Interaktive Grafiken auf dem Datenportal des Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen machen die Informationen zugänglich und verständlich. Wenn man also tiefer in die Materie eintauchen möchte, sind die Workbooks und Presseerklärungen ein guter Startpunkt.
Die Entwicklungen rund um Drogen sind nicht nur ein rechtliches, sondern auch ein gesellschaftliches Thema, das uns alle betrifft. Ob in Göttingen oder anderswo – die Realität ist oft vielschichtiger als sie scheint.