Heute ist der 5.06.2026, und in Göttingen sorgt ein Vorfall für Aufregung und Entsetzen – unbemerkt von vielen Passanten haben unbekannte Täter mehrere Stolpersteine in der Innenstadt mit einer klebstoffartigen Substanz beschmiert. Das erste Mal entdeckte man die vandalisierten Steine in der Düsteren Straße 1. Die Inschriften, die an die Schicksale verfolgter Jüdinnen und Juden erinnern, sind nun nicht mehr lesbar. Passanten, die die verschmierten Stolpersteine entdeckten, informierten sofort die Polizei.
Die Ermittler stehen nun vor einem Rätsel: Die verwendete Substanz, so vermutet man, könnte Sekundenkleber sein. Ein Blick auf die Steine verrät, dass sich die Verschmutzungen nicht mit Wasser entfernen lassen. Bei weiteren Kontrollen wurden identische Beschädigungen an fünf weiteren Adressen festgestellt. Der Zeitpunkt der Beschmierungen bleibt jedoch unklar. Die Polizei sucht dringend nach Zeugen, die etwas Verdächtiges bemerkt haben.
Ein Zeichen des Gedenkens
Stolpersteine sind mehr als nur kleine Messingplatten – sie sind ein Zeichen des Gedenkens, eingelassen vor den ehemaligen Wohnhäusern oder Arbeitsorten von NS-Opfern. In Göttingen befinden sich insgesamt 327 dieser Gedenksteine. Ihr Ziel: die Erinnerung wachzuhalten und die Geschichten hinter den Namen zu erzählen. Umso schockierender ist es, dass Vandalismus, der möglicherweise auch eine politische Motivation hat, diese Erinnerungen bedroht.
Die Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (SPD) hat den Akt des Vandalismus scharf verurteilt und der Bauhof der Stadt hat bereits Maßnahmen ergriffen. Die Stolpersteine an den anderen betroffenen Orten wurden professionell gereinigt, während Mitglieder des Vereins Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen bereits mit acetonhaltigem Nagellackentferner in der Düsteren Straße 1 zur Tat schritten, um die ersten Spuren des Vandalismus zu beseitigen.
Ein Aufruf zur Wachsamkeit
Es ist bedauerlich, dass solche Vorfälle in unserer Gesellschaft immer noch vorkommen. Der Staatsschutz wurde in die Ermittlungen eingeschaltet und die Polizei ist alarmiert. Sie schließt eine politische Motivation hinter der Sachbeschädigung nicht aus. In Werlte gab es eine ähnliche Beschädigung, bei der das Messing eines Stolpersteins abgelöst wurde. Es gibt also ein Muster, das nicht ignoriert werden kann.
Die Behörden rufen die Bürger dazu auf, aufmerksam zu sein und verdächtige Aktivitäten zu melden. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, die Erinnerungen an die Opfer des Nationalsozialismus zu bewahren und zu schützen. So schmerzhaft und traurig diese Vorfälle auch sind, sie sollten uns auch dazu anregen, noch aktiver für den Erhalt der Erinnerungskultur einzutreten.