Im Herzen Norddeutschlands, genauer gesagt in Ribbesbüttel, gibt es einen ganz besonderen Ort, der vor Kurzem sein fünfjähriges Bestehen gefeiert hat: den Ruhewald. Hier, auf dem traditionsreichen Rittergut, das seit vier Generationen im Familienbesitz ist, leitet Julius Löbbecke dieses einzigartige Projekt, das alternative Bestattungsformen in die Region bringt. Die Idee, Abschiednehmen in einem naturverbundenen und friedlichen Umfeld zu gestalten, begeistert viele Menschen, die nach individuellen Möglichkeiten suchen.

Der Ruhewald bietet eine Vielzahl an Optionen für naturverbundene Bestattungen. Konfessionslos und unter den schattenspendenden Ästen von Buchen, Eichen und vielen weiteren Baumarten wird die Asche der Verstorbenen an Wurzeln beigesetzt. Hier kann man sich kaum der Ruhe entziehen, die dieser Ort ausstrahlt. Rund 35 verschiedene Baumarten, darunter auch Esskastanien und Amerikanische Roteichen, schaffen eine lebendige Umgebung, die mehr als 40 Vogelarten und andere Wildtiere anzieht. Das Gefühl, inmitten dieser Natur zu sein, tut einfach gut – egal, ob man hier einen geliebten Menschen verabschiedet oder einfach nur spazieren geht.

Flexible Abschiedsrituale

Trauerfeiern im Ruhewald sind individuell gestaltbar und können ganz nach den Wünschen der Angehörigen ausgerichtet werden. Die Musik? Das kann von klassisch bis rockig alles sein! Etwa ein Drittel der Feiern wird von Pastoren geleitet, während der Rest von freien Rednern oder sogar den Angehörigen selbst gestaltet wird. Wenn es mal mehr Platz braucht, kann eine nahegelegene Kirche für die Zeremonie angemietet werden. Und für die besonderen Akzente gibt’s die Möglichkeit, die Glocken per Fernbedienung aus dem Wald läuten zu lassen – ein kleiner Gänsehautmoment, ganz ehrlich!

Die Idee, Bestattungen in der Natur durchzuführen, gewinnt in Deutschland zunehmend an Beliebtheit. Es ist nicht nur eine Option für Menschen, die einen umweltfreundlichen Abschied wünschen, sondern auch für diejenigen, die eine tiefere Verbindung zur Natur haben. Die Vielfalt der Bestattungsformen – von Baumbestattungen über Seebestattungen bis hin zu Wiesenbestattungen – bietet viele kreative Möglichkeiten für einen letzten Abschied. Und das Beste? Grabpflege entfällt, denn der Baum wird zum Grabmal.

Ein Ort der Ruhe und der Rückkehr

Der Ruhewald hat sich von vier auf sechs Hektar vergrößert, und das nicht ohne Grund. Julius Löbbecke hat ein klares Ziel vor Augen – die Schaffung eines klimaresistenten Mischwaldes. Der Natur etwas zurückgeben, das scheint ihm wichtig zu sein. Totholz bleibt als Lebensraum für Tiere und Nistkästen sind installiert und schon besiedelt. Das alles trägt zur ökologischen Vielfalt des Geländes bei und zeigt, wie wichtig der Respekt vor der Natur ist. Ein neues Toilettenhäuschen sorgt zudem dafür, dass auch der Komfort der Besucher nicht zu kurz kommt.

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Interessant ist auch, dass alternative Bestattungsformen durch rechtliche Aspekte in Deutschland geregelt sind. Der Friedhofszwang bleibt, aber viele Menschen nutzen die Möglichkeit, ihre Asche in einem genehmigten Naturraum beisetzen zu lassen. Diese Bestattungsarten – Baumbestattungen, Bergbestattungen und sogar Wiesenbestattungen – sind nicht nur umweltfreundlich, sondern auch ein schöner Weg, den Kreislauf des Lebens bewusst zu erleben. Die Natur, sie nimmt auf ihre eigene Weise auf und gibt zurück.

Am Ende des Tages bleibt der Ruhewald nicht nur ein Ort des Abschieds, sondern auch ein Rückzugsort für alle, die die Natur lieben. Julius Löbbecke wünscht sich mehr Regen für den Wald, um diesen Ort weiterhin gedeihen zu lassen. Und wer weiß – vielleicht wird dieser Wald mit seinen sanften Klängen und lebendigen Farben, die das Licht durch die Blätter wirft, auch in Zukunft ein Ort des Trostes und der Erinnerungen für viele sein.