In Emden hat die erste Sitzung des Runden Tisches zur Sicherheit an Schulen stattgefunden. Ein Treffen, das angesichts der jüngsten Gewaltereignisse an der IGS Emden mehr als notwendig war. Die Stadt informierte in einem Statement über die Zusammenkunft, bei der Vertreter von Schulen, Polizei, Eltern und Jugendhilfe anwesend waren. Doch neue Schutzmaßnahmen gegen Gewalt und Mobbing wurden nicht angekündigt. Ein bisschen ernüchternd, wenn man bedenkt, dass es um die Sicherheit der Schüler geht, oder?

Der Anlass für diesen Runden Tisch war ein konkreter Vorfall, der die Wellen hochschlagen ließ: Ein 14-jähriger Schüler wurde bedroht und geschlagen, was dazu führte, dass er wochenlang dem Unterricht ferngehalten wurde. Es ist erschreckend, dass solche Vorfälle nicht isoliert sind. Weitere Eltern berichteten von ähnlichen Erfahrungen. Und trotz der bestehenden Anti-Mobbing-Maßnahmen wie Klassenräte und Streitschlichter, die Schulleiter Olaf von Sacken erwähnte, bleibt die Frage offen, wie man diese Herausforderungen wirklich meistern kann.

Ein offenes Ohr, aber keine neuen Maßnahmen

Die Diskussionen am Runden Tisch sollen regelmäßig stattfinden. Das Ziel? Informations- und Erfahrungsaustausch sowie Klärung von Zuständigkeiten. Doch die Eltern des 14-Jährigen, die erneut Anzeige erstatteten, hätten sich vielleicht mehr gewünscht als nur Gespräche. Es war auch nicht zu übersehen, dass Fragen zum Jugendamt und dem Kontakt zu den Eltern der Mobber unbeantwortet blieben. Das lässt einen schon nachdenklich zurück. Ein bisschen mehr Handlungsdrang wäre wünschenswert.

Ebenfalls auf der Agenda steht die Verbesserung der Kommunikation zwischen den Beteiligten. Die Stadt plant eine Übersicht mit Ansprechpartnern und Unterstützungsangeboten für Eltern. Eine gute Idee, denn in solchen Situationen ist es wichtig, dass Eltern wissen, an wen sie sich wenden können. Zudem sollen Schüler stärker in die Präventionsarbeit und Konfliktlösungen eingebunden werden. Man könnte sagen, das ist ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn sich die Raumnot an der IGS Emden weiter verschärft hat. Der Schulleiter sieht die geplanten Anbauten nur als teilweise Entlastung – auch hier gibt es noch viel zu tun.

Vielfältige Herausforderungen an Schulen

Die Gewalt an Schulen ist ein Thema, das nicht nur Emden betrifft. Sie umfasst verschiedene Arten von Gewalttaten, angefangen bei verbaler und körperlicher Gewalt bis hin zu sexualisierter Gewalt und Mobbing. Letzteres kann besonders perfide sein, da es oft von Gruppen ausgeübt wird und hilflose Personen trifft. Cybermobbing hat in den letzten Jahren eine neue Dimension erreicht, die Eltern und Schulen vor zusätzliche Herausforderungen stellt. Ein Drittel der Mobbing-Handlungen findet mittlerweile sowohl online als auch offline statt, was die Situation nicht einfacher macht.

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Das Deutsche Schulbarometer hat herausgefunden, dass 6 bis 23 Prozent der Schüler mindestens ein- bis zweimal im Monat Mobbing erleben. Das ist eine erschreckende Zahl, die zeigt, wie wichtig Präventionsmaßnahmen sind. Judith Strieder von HateAid rät Lehrkräften, sich über digitale Gewalt zu informieren und mit Jugendlichen darüber zu sprechen. Die Initiative JUUUPORT unterstützt betroffene Jugendliche und bietet Workshops an Schulen an. Das sind alles Ansätze, die es wert sind, weiterverfolgt zu werden.

Eines ist klar: Wir müssen dranbleiben, um die Situation an Schulen zu verbessern. Ob in Emden oder anderswo – die Sicherheit unserer Kinder sollte immer an erster Stelle stehen.