Heute ist der 26.05.2026 und in Emden spürt man die Wellen der Zeit, als die Geschichte der Heringsfischerei in den Gedanken der älteren Generationen wieder lebendig wird. Die maritime Tradition dieser Stadt ist tief verwurzelt und erzählt von unzähligen Geschichten, die in Familientraditionen weitergegeben wurden. Doch, oh weh! Mehr als ein halbes Jahrhundert ist vergangen, seit die Emder Heringsfischerei liquidiert wurde. Und mit jedem Jahr, das verstreicht, verlieren wir nicht nur die alten Geschichten, sondern auch die Zeitzeugen, die sie erzählen können. Was bleibt, sind alte Fotos von Heringsloggern, die oft in vergessenen Alben schlummern.

Ein Beispiel für die geschichtsträchtige Vergangenheit ist der Motorlogger „Peter Wessels“ (Kennung „AE 11“), der 1957 bei Schulte und Bruns das Licht der Welt erblickte. In den 1930er-Jahren war der Heringsfang nicht nur ein Beruf, sondern eine Lebensgrundlage für ganze Familien. Neubauprojekte für Infrastruktur sprießen aus dem Boden, und Segelmachermeister Eppe Mandema war in dieser Zeit ein gefragter Mann. Seine Segel wurden noch per Hand genäht – das war ein echter Handwerksberuf, den er mit Stolz ausübte.

Die Gesichter hinter der Fischertradition

Erich Kath, ein Lehrling von Mandema, trat mit zarten 14 Jahren in die Lehre ein und entwickelte sich später zum Meister seines Fachs. Heute, viele Jahre später, blickt sein Sohn Karl Kath zurück und bedauert den Verlust an Wissen über die frühen Berufsjahre seines Vaters. „Es gibt so viele Geschichten, die nie erzählt wurden“, sagt er. Und das ist es, was schmerzt – die Erinnerung, die langsam verblasst.

Die Herausforderungen, denen sich die Besatzungen der Heringslogger stellen mussten, waren nicht ohne. Stürmische See, unerwartete Wetterumschwünge und die ständige Suche nach den besten Fanggründen. Diese Gefahren prägten die Tage der Fischer und machten das Leben auf dem Wasser zu einem Abenteuer – einem Abenteuer, das viele nicht überstanden. Und dennoch war die Heringsfischerei nicht nur ein Job, sondern auch eine Quelle des Stolzes und der Identität für viele Emder Familien.

Der Erhalt historischer Schiffe

Doch was passiert mit diesen historischen Schiffen, die einst die Gewässer um Emden durchpflügten? Maßnahmen zum Erhalt sind dringend notwendig, um die maritime Geschichte am Leben zu halten. Die alten Schiffe sind nicht nur Relikte einer vergangenen Ära, sie sind auch Zeugen der harten Realität des Lebens auf See. Wenn wir sie verlieren, verlieren wir auch ein Stück unserer Identität.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt uns, wie wichtig die Heringsfischerei für die lokale Wirtschaft war. Berufe wie Fischer, Segelmacher oder Kapitäne waren nicht nur Berufe, sie waren Lebenswege. Und die Geschichten, die mit diesen Berufen verbunden sind, sind der Stoff, aus dem die Erinnerungen gemacht sind. Es ist traurig, dass die Zeitzeugen weniger werden und die Erinnerungen langsam in Vergessenheit geraten. Die alte Tradition des Heringsfangs ist nicht nur Geschichte – sie ist ein Teil von uns.